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Rheinberg
Nach der Mathestunde geht es in die Manege

Rheinberg: Nach der Mathestunde geht es in die Manege
Die achtjährige Lina macht bei dieser artistischen Nummer eine sehr gute Figur. Trainer René Orthmann passt auf, dass alles klappt. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Die 135 Kinder der Millinger Grundschule am Bienenhaus trainieren mit dem "Circus für Kids - Rondel". Zwei Aufführungen am Samstag. Von Erwin Kohl

In der Millinger Grundschule am Bienenhaus ist zum dritten Mal der "Circus for Kids - Rondel" zu Gast. Noch bis Freitag lernen 135 Grundschüler Akrobatik am Trapez. Sie hantieren mit brennenden Fackeln oder üben mit dressierten Tauben.

Bis zum Wochenende müssen die Nummern sitzen, denn dann werden rund 1000 Besucher zu den beiden Vorstellungen im großen Zirkuszelt an der Millinger Straße erwartet. Neben dem Reiz, einmal als Star in der Manege zu stehen, bietet dieses Projekt den Schülern auch einen pädagogischen Nutzen. "Es geht ganz viel um soziale Kompetenz und die Stärkung von Teamgeist und Selbstbewusstsein. Die Schüler erlernen Fähigkeiten, die sie sich vorher nicht zugetraut hätten", erklärt Schulleiterin Jasmin Brune.

Parallel zu den Zirkusproben läuft der Unterricht weiter. Während die eine Hälfte in der Manege übt, sitzen die anderen im Klassenzimmer. Auch dort ist das Thema Zirkus überall präsent. "Im Deutschunterricht beschreiben die Schüler einen Clown, und im Matheunterricht werden beispielsweise die Tageseinnahmen oder Futterkosten errechnet", so Brune.

Was die Kosten betrifft, musste auch die Schule mit spitzem Stift rechnen. Um die 9000 Euro für die Zirkuswoche aufzutreiben, hat der Förderverein bei Stadt- und Sportfesten gesammelt; dazu gab es eine Spende vom RWE. Den Rest sollen die Einnahmen der beiden Aufführungen am Samstag in die Kasse spülen.

Dafür gehen die Schüler unter der Anleitung von Fakir Giovanni buchstäblich durchs Feuer. "Ihr werdet sehen, es tut gar nicht weh", verspricht Giovanni, während er Silas Schiekiera die lodernde Fackel ganz langsam über die offene Handfläche zieht. Der Siebenjährige ist begeistert: "Mein Vater sagt immer, mit Feuer spielt man nicht. Hier darf ich das, das ist toll."

Nebenan sind die Nerven der Teilnehmer gespannt wie die Drahtseile, an denen sie in die Höhe gezogen werden. "Das Agieren am Trapez ist nicht so schwer, wie es aussieht. Das kann jeder, der einen Spagat beherrscht", erzählt Trainer René Ortmann. "Ich finde das cool, man darf halt nur keine Angst haben", berichtet die zehnjährige Larissa und zeigt unter der Anleitung des erfahrenen Zirkusartisten auch gleich, was in ihr steckt.

Dagegen gestalten sich die Proben mit den dressierten Zirkustauben nebenan geradezu entspannt. Berührungsängste dürfen die Nachwuchskünstler aber auch hier nicht haben, weiß Leonie: "Die Tiere spüren das und werden nervös." Dass sich gleich ein Dutzend Mädchen für die Taubendressur entschieden haben - immerhin konkurrieren die gefiederten Stars mit den beliebten Ponys -, liegt für Drittklässlerin Lena auf der Hand: "Es gibt zwei Ponys, und die laufen nur im Kreis; das ist voll langweilig."

Am kommenden Samstag um 10.30 Uhr und 15 Uhr zeigen die Millinger Bienenhaus-Grundschüler, was sie in den fünf Übungstagen gelernt haben. Karten für die beiden Vorstellungen sind bei der Sparkasse Millingen am Kreisverkehr Saalhoffer Straße/Alpener Straße zum Preis von vier Euro für Erwachsene und drei Euro für Kinder erhältlich.

Quelle: RP
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