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Alpen
Nachbarn halten seit 40 Jahren zusammen

Alpen. Die Pumpennachbarschaft Vorburg hat ihr Jubiläum gefeiert. Die Mitglieder unternehmen viel gemeinsam. Von Erwin Kohl

Wer in die Alpener Straße "An der Vorburg" zieht, darf sich nicht darüber wundern, wenn die Nachbarn noch vor dem Auspacken der Umzugskartons mit einem Willkommensgruß in der Tür stehen. "Den Begriff ,Zugezogene' kennen wir nicht, bei uns gehört man ganz schnell dazu", erklärt Pumpenmeisterin Ursula Baumann. Nun feierte die Pumpennachbarschaft ihr 40-jähriges Bestehen.

Gegründet wurde sie vom Vater der heutigen Pumpenmeisterin, dem damaligen Gemeindedirektor Franz Sevens. Er sollte morgens um sechs Uhr vom Tambourcorps abgeholt werden und hatte spaßeshalber die Nachbarn eingeladen, dem Schauspiel beizuwohnen. "Unser Haus war noch im Rohbau, aber wir sind frühmorgens mit dem Fahrrad aus Millingen hierhergekommen, damit hat er nicht gerechnet", erinnert sich Nachbarin Doris Pohle. Weil sich auch die anderen zukünftigen Nachbarn des Neubaugebietes nicht lumpen ließen, war das die Geburtsstunde einer starken Gemeinschaft. "Wir sind damals mit Bierkästen in den Händen durch die Straße gezogen und haben die neuen Nachbarn aufgenommen", lacht Ursula Baumann. Seitdem feiert die Nachbarschaft einmal im Jahr die Pumpenkirmes, unternimmt gemeinsame Fahrradtouren durch den Niederrhein oder trifft sich im Herbst zum Grünkohlessen.

Dass die Feierfreude der "Vorburger" vor ungebrochen ist, zeigt das Jubiläumsprogramm. Nach einem ausgiebigen Frühschoppen an der Pumpe vor dem Haus der Baumanns begann die Feier in der Garage. "Gegen fünf Uhr machen wir den Grill an. 40 Jahre Vorburg, das ist richtig schön", sagt Baumann. Glückwünsche zu dem runden Geburtstag überreichten die Ortsvorsteherin Karin von der Horst, der Heimatverein sowie Kurt Verhülsdonk. Der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Alpen kann sich noch gut an die Entstehung des Baugebietes erinnern: "Das Neubaugebiet nannte man damals wegen der hohen Zinsen den Kredithügel von Alpen. Es ist schön, dass hier eine so wunderbar funktionierende Gemeinschaft entstanden ist, die sich gegenseitig hilft."

Darauf haben die Anwohner von Beginn an Wert gelegt. Die Pumpennachbarschaft ist eine Gemeinschaft, die sich in Freud und Leid hilft, aber auch mal kräftig mit anpacken kann. "Wir hatten irgendwann ein Klavier vor dem Haus stehen. Da bin ich einmal kurz die Straße rauf und runter gegangen und schon hatte ich genügend Männer zusammen, die es reingetragen haben", erzählt Erich Pohle.

Gut die Hälfte der Nachbarn war schon bei der Gründung vor 40 Jahren dabei, Sorge vor einer Überalterung muss sich die Gemeinschaft aber nicht machen. "Wir drücken den Schnitt nach unten", sagt etwa Markus Henning, der mit seiner Frau Kim und den Kindern Maline (4) und Mattis (1) an die Vorburg gezogen ist und direkt herzlich aufgenommen wurde.

Quelle: RP
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