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Alpen
Neue Wohnzimmermöbel zum Spargelfest

Alpen. Stadtumbau: Verwaltung skizziert Zeitplan für das weitere Vorgehen. Ende April sollen die Prototypen der Möbel präsentiert werden. Dann stehen auch die Termine für die Führungen. Umbau im Zentrum soll im Herbst beginnen. Von Bernfried Paus

Immer, wenn es im Rat um das neue "Wohnzimmer" geht, fahren alle die Fühler aus. Spürbare Gereiztheit liegt in der Luft. Das war auch in der letzen Sitzung des Jahres nicht anders, als die Grünen vehement auf einen verbindlichen Zeitplan pochten, wann Bürger zu den offenen Gestaltungsfragen mit ins Boot geholt werden sollen. Auch wenn Grünen-Sprecher Peter Nienhaus am Ende sicher nicht vollends zufrieden sein dürfte, so offenbarte die Debatte doch beachtliche Bewegung. Es hat den Anschein, dass die ärgsten Kritiker versöhnt sind und auf Konsenskurs steuern. Das jedenfalls wäre ein Gewinn für das einst fulminant gestartete und dann arg ins Stocken geratene Stadtumbauprojekt, das so zu einem guten Ende führen kann.

Der Reihe nach. Am Anfang war das hartnäckige Nachbohren der Grünen, das bei Chef-Techniker Walter Adams gerade verheilte Wunden offenzulegen drohte. Doch der antworte mit seltenen Einblicken in seine Arbeit, in Absprache mit den Planern, die Designermöbel praxistauglich zu gestalten.

Via Skype stehe er ständig mit dem Büro Felixx/De Zwarte Hond in Rotterdam in Verbindung, so Adams. Er regte im Rathaus einen Videokonferenzraum an. Im digitalen Dialog habe man beispielsweise das Problem erörtert, dass die mobilen Baumkübel, die den Rathausplatz künftig begrünen sollen, schlichtweg nicht zu bewegen sein würden, bleibe es beim geplanten Durchmesser. Dann kämen die stylishen Großtöpfe auf ein Gewicht von sechs bis acht Tonnen.

Dafür bräuchte es an Markttagen einen Kran. Adams hat gerechnet und kommt im Ergebnis auf das halbe Gewicht - maximal. Ähnliche Skizzen-Diskussionen gebe es für Poller, Radständer und Laternen.

Bei den Bänken, so Adams, müsse bei allem Chic der Sitzkomfort für alle Altersklassen im Blick bleiben. Dann wurde er konkret. Beim Blumen- und Spargelfest Ende April sollen die Prototypen der Wohnzimmermöbel öffentlich präsentiert werden. Dann soll jeder sagen dürfen, was er davon hält.

Bis dahin sollen auch Termine stehen für Führungen an die Stellen im Stadtumbaugebiet, die abseits vom Kern den Ort nachhaltig aufwerten sollen. Danach werde es wie im Wettbewerb wieder Workshops geben, in denen die Alpener ihre Sicht vortragen sollen, sicherte Bürgermeister Thomas Ahls zu: "Das wird dann auch eingearbeitet."

Ahls wehrte aber verständnislos den "Druck" ab, den die Grünen durch ihren forschen Auftritt entfachen und den Eindruck vermitteln, "die im Rathaus machen sowieso nur ihr Ding". Walter Adams skizzierte dann den weiteren Weg, den sein Team mit großer Kraftanstrengung nun beschreite: Neben der Startvorbereitung für die Gestaltung des Rathausumfeldes und dem Feilen an Möbeln sei man dabei, die Ausführungsplanung für die "Neue Mitte" auf der Burgstraße in Höhe Sparkasse zu vergeben. Er rechne mit Baustart im Herbst und Fertigstellung im Frühjahr 2019 - "wenn wir uns denn einig werden".

SPD-Chef Jörg Banemann, zwischenzeitlich schärfster Kritiker der Vorschläge, scheint besänftigt. Dass der Prozess an Dynamik verloren habe und man in Ruhe - schon der Termin Spargelfest sei "sportlich" - an ortsangepassten Vorschlägen feile, sei prima. "Das ist das, was wir immer wollten. So kann das eine tolle Sache für alle werden", sagte Banemann.

Quelle: RP
 
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