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Alpen
Neues Zeugnis für die Sekundarschule

Alpen. Heute beginnt mit dem dem Start der Anmeldungen für das neue Schuljahr die neue Zeitrechnung für den Schulstandort Alpen. Das Ziel heißt: "40 plus". Eine dreifache Schulmutter erteilt Schule und Kollegium gute Noten. Von Bernfried Paus

Gestern gab's Halbjahrszeugnisse. Die geben den Schülern Rückmeldung darüber, ob sie im Soll liegen oder sie möglichst noch ein Schüppchen drauflegen müssen. Das Kollegium der Sekundarschule um Rektor Tilman Latzel kann momentan nur abwarten und darauf hoffen, dass es seine Hausaufgaben in den zurückliegenden Wochen und Monaten ordentlich gemacht hat. Von heute an werden seine Zeugnisse geschrieben. Mitte nächster Woche zeigt sich, ob das Urteil Anlass ist zur Freude oder eher gegenteilige Gefühle auslöst. Heute Morgen beginnt die Anmeldung für Grundschüler, die nach den Sommerfreien auf die Sekundarschule wechseln wollen.

Die Stimmung ist ausgesprochen positiv. "40 plus X" heißt das Maß, das sich Tatzel für seine neue Jahrgangsstufe 5 gesetzt hat. Das würde für zwei Klassen reichen und nach den Vorgaben der neuen Landesregierung die Eigenständigkeit des Schulstandortes sichern. Bislang waren drei Eingangsklassen erforderlich für die Existenz der Sekundarschule. Eine zu hohe Hürde für eine kleine Gemeinde wie Alpen. Die Erkenntnis hat sich nach dem politischen Wechsel in der Landeshauptstadt allgemein durchgesetzt.

Dennoch. Die Zahl der Anmeldungen bleibt ein wichtiger Indikator, wie gut die Sekundarschule knapp sechs Jahre nach ihrer Gründung vor Ort verankert ist. Eine, die von Anfang an dabei ist, ist mehr denn je davon überzeugt, "dass die Sekundarschule ausreichend Zuspruch verdient hat". Je mehr Neulinge kämen, desto besser für die Schule beziehungsweise den Profilmix der Schüler. Das sagt Sabine Holert-Drewicke (49), erste und bisher einzige Vorsitzende der Schulpfelgschaft. Die gute Note erteilt die Frau, die sich in "kritisch-konstruktiver Distanz" zu Schulleiter Latzel sieht, nicht aus Pflichtschuldigkeit.

Ihr Sohn Kilian (16) gehört zu den ersten Schülern, die im Sommer das Ziel der Schule erreichen. Sohn Krispin (12) besucht die Klasse 7. Das sind zusammen fast neun Jahre Sekundarschul-Erfahrung. Und es werden noch ein paar Jährchen dazu kommen. Tochter Jella (9) wird im Sommer die Grundschule Zum Wald vermutlich mit Realschul-Empfehlung verlassen und dann ebenfalls ins Schulzentrum an der Fürst-Bentheim-Straße wechseln.

"Jella möchte das. Und es gibt keinen Grund, sie hier nicht anzumelden", sagte ihre Mutter sachlich. Der kurze Schulweg sei ein wichtiges Kriterium. Aber längst nicht das einzige, das für die Schule spricht. "Klar. Auch die Sekundarschule ist eine Schule, hat Vor- und Nachteile", sagt Holert-Drewicke, die nicht zum Schwärmen neigt. Aber auch nicht dazu, ins Gegenteil zu verfallen. "Mein Ältester hat sich hier immer wohlgefühlt", sagt sie. Sie geht davon aus, dass er hier auch das Rüstzeug mitnimmt, um im Anschluss das Fach Wirtschaft am Mercator-Berufskolleg in Moers erfolgreich zu meistern. Für ihren Sohn, der als Grundschüler eine eingeschränkte Gymnasial-Empfehlung mitbrachte, sei wichtig gewesen, an der Sekundarschule "nicht täglich ums Überleben kämpfen" zu müssen. Er habe Wertschätzung erfahren und die Gewissheit mitgenommen, etwas zu können. Auch Krispin gehe gern zur Schule, die "kein anonymer Moloch" sei. Das rechnet die Mutter und Elternvertreterin dem Kollegium hoch an. "Die Lehrer machen alle einen ausgezeichneten Job." Auch wenn sie manche Dinge - sie ist nah dran - kritisch sieht ("vor allem die vielen bürokratischen Vorgaben"), fällt ihr Fazit gut aus. "Die Entscheidung, meine Kinder hier anzumelden war genau richtig." Auch die Pflegschaftsvorsitzende hat vor den Anmelde-Tagen ein gutes Gefühl. "Es herrscht Aufbruchstimmung." Klingt wie der Zeugnisvermerk "Versetzt" - nur euphorischer.

Quelle: RP
 
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