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Rheinberg
Ob Stones oder Höhner: Gäste singen kräftig mit

Rheinberg: Ob Stones oder Höhner: Gäste singen kräftig mit
Gelungene Premiere: Über 200 Besucher kamen am Freitagabend ins evangelische Gemeindehaus in Wallach zum Mitsingabend. FOTO: O. Ostermann
Rheinberg. Mit dieser Resonanz hatten die Mitglieder des Chores Da Capo zur Premiere nicht gerechnet. 200 Besucher kamen am Freitagabend ins evangelische Gemeindehaus in Wallach, um das zu machen, was die Menschen machen, wenn sie glücklich sind: Singen. Von Peter Gottschlich

Dabei spielt es keine Rolle, aus welcher musikalischen Richtung die Lieder kommen. Beim Mitsingabend intonieren die Besucher den Song Angie der Rolling Stones oder den Hit "Let it be" der Beatles genauso wie das Seemannlied "Wir lagen vor Madagaskar" von Just Schein, das ab 1972 durch den Schlagersänger Heino zum Ohrwurm wurde, oder den Song "Hohe Tannen", der als Wandervogellied aus den 20er Jahren zum Volkslied wurde.

Sie stimmen die Pophymnen "Tears in Heaven" von "Mister Slowhand" Eric Clapton oder "Country Road" von John Denver genauso an wie den Schlager "Ich liebe das Leben", der von Vicky Leandros gesungen wurde, oder den Karnevalshit "Schenk mir Dein Herz" von den Höhnern.

Da singen die Besucher im Gemeindesaal nicht nur mit, sondern schunkeln auch Arm in Arm, wie bei einer Karnevalssitzung, selbst wenn Aschermittwoch längst vorbei ist, bunte Luftschlangen sowie rote Pappnasen längst abgenommen sind.

"Viele Menschen singen einfach gerne", sagt Dörte Schültingskemper. Die stellvertretende Vorsitzende des Chores Da Capo gehört mit Chorleiterin Barbara Kleintges-Topoll zur achtköpfigen Gruppe, die die 38 Lieder für den ersten Mitsingabend des Chores aussuchte, nachdem der Schützenverein "Wilhelm Tell" im letzten Jahr bereits mit einem "Rudelsingen" erfolgreich gewesen war.

Die Gruppenmitglieder wählten am Freitagabend vor allem deutschsprachige Stücke aus, zum Beispiel "Über den Wolken" von Reinhard Mey, "Griechischer Wein" von Udo Jürgens, "Traum von Amsterdam" von Cora, "Atemlos" von Helene Fischer oder "Auf uns" von Andreas Burani. "Diese Lieder können die Besuchter leichter mitsingen", sagt Jutta Bechhaus mit Blick auf den Projektor, der die Liedtexte an die westliche Wand des Saales im Gemeindehaus wirft. Die Vorsitzende des Chores moderierte mit Dörte Schültingskemper das "Rudelsingen", das in Städten wie Moers oder Duisburg ein festes Format ist, zu dem von Musikschulen oder Kneipen regelmäßig eingeladen wird. Während in der Grafen- und in der Hafenstadt die Musik von einer Band oder einem Sampler kommt, wird sie in Wallach von Barbara Kleintges-Topoll am Klavier erzeugt.

Dazu stehen 30 Sänger von Da Capo im Saal verteilt, um selbst bei Liedern für volles Volumen zu sorgen, die nicht so leicht zu "trällern" sind, etwa den Song "Angels", der durch Robbie Williams zum Welthit wurde.

Gut drei Stunden singen die Besucher am Freitagabend aus voller Brust, von denen fast alle in Borth und Wallach wohnen, wie eine Umfrage mit Handzeichen zeigt. Dann gehen sie nach Hause - mit glücklichen Gesichtern.

Denen, die öfter singen wollen, können jeden Donnerstagabend um 20 Uhr in das evangelische Gemeindehaus kommen, wenn der Chor Da Capo sich zur Probe trifft. Oder sie warten auf das nächste "Rudelsingen", das es nach der erfolgreichen Premiere am Freitagabend wohl geben dürfte.

Quelle: RP
 
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