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Rheinberg
Ossenberger wollen Flüchtlingen helfen

Rheinberg: Ossenberger wollen Flüchtlingen helfen
Hausmeister Jürgen Mooslehner zeigt den einen von zwei Klassenräumen im Altbau der ehemaligen Ossenberger Grundschule, der bereits mit Doppelstellbetten, Tischen und Stühlen eingerichtet ist. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Die Stadt Rheinberg hatte an die alte Grundschule eingeladen, um zu informieren. Am Freitag ziehen dort die ersten Asylbewerber ein. Unterdessen zeichnet sich ab, dass in Orsoy bald auch das alte St.-Marien-Hospital genutzt wird. Von Uwe Plien

Spät, aber immerhin: Die Stadt Rheinberg hat gestern Nachmittag mit Bürgermeister Hans-Theo Mennicken an der Spitze an Ort und Stelle darüber informiert, was sich in der Flüchtlingsfrage tut. Wie berichtet, sollen in zwei renovierten und entsprechend eingerichteten Klassenräumen des Altbaus der ehemaligen Ossenberger Grundschule bis zu 48 Flüchtlinge aufgenommen werden. Rund 130 Frauen und Männer kamen gestern auf den Schulhof an die Graf-Luitpold-Straße in Ossenberg, um sich zu informieren.

"Das sind Notunterkünfte für den Übergang", sagte Mennicken. "Die Asylbewerber sollen hier unterkommen, bis wir ihnen andere Räume oder Wohnungen anbieten können. Wir sind froh, dass wir die Schule haben, denn wir möchten nach Möglichkeit niemaden in Turnhallen oder Zelten unterbringen."

In jeden Raum, so berichtete Martin Tomberg vom Fachbereich Soziales, werden sieben Etagenbetten stehen: "Wir gehen davon aus, dass die ersten Asylbewerber am Freitag hier einziehen. Allein heute sind 14 nach Rheinberg gekommen, weitere elf sind schon angekündigt."

Die Resonanz der Besucher war überaus positiv. Niemand wetterte gegen die Nutzung der Grundschule, stattdessen gab es Fragen über Fragen: Wie, wann und wo können wir helfen? Was wird gebraucht, an wen muss man sich wenden?

So will der Katholische Kindergarten Ossenberg unter anderem Kleidung für Flüchtlingskinder sammeln. Dringend gebraucht wird Herrenkleidung, nach wie vor begehrt sind auch Fahrräder. Das Orsoyer Ehepaar Lochen (Telefon 02844 900501) hat schon zahlreiche Räder vermitteln können. Die Stadt will auf ihrer Homepage www.rheinberg.de alle in der Flüchtlingshilfe relevanten Ansprechpartner mit Nummern auflisten. Momentan bietet es sich an, den städtischen Sozialarbeiter Bernhard Kubik unter 02843 171-178 anzurufen. Unterdessen zeichnet sich ab, dass in Orsoy bald das ehemalige St.-Marien-Hospital (bisher geriatrische Reha-Klinik) als Zentrale Erstunterbringungs-Einrichtung (ZUE) genutzt wird. Bürgermeister Mennicken teilte gestern Nachmittag mit, dass bereits am vergangenen Dienstag auf Einladung der Bezirksregierung Düsseldorf in Orsoy ein Informations-Termin über die weitere Entwicklung der Planungen des Landes stattgefunden hat. Dabei ging es auch um die weitere Nutzung der medizinischen Einrichtungen Neben der Bezirksregierung waren Vertreter des Investors und der Stadtverwaltung anwesend.

Es sei davon auszugehen, dass in Orsoy maximal 500 Menschen untergebracht werden sollen. Wegen der Lage der Einrichtung und auch der räumlichen Kapazitäten der Gebäude gehe man davon aus, dass die Intimsphäre der Menschen dort gut ermöglicht werden kann. Dadurch würden erfahrungsgemäß Streitigkeiten oder Unzufriedenheit der Bewohner erheblich gemindert und Konflikte weitgehend ausgeschlossen. Nach derzeitigem Stand geht die Bezirksregierung davon aus, dass die noch anstehenden Gespräche und Überprüfungen (u.a. mit dem Investor) im Laufe dieses Monats abgeschlossen werden können.

Eine sehnlichst erwartete Info-Veranstaltung soll bald in Orsoy stattfinden, einen Termin dafür gibt es allerdings immer noch nicht. Was nicht nur viele Orsoyer interessieren wird: Erst im Anschluss an diese Bürgerversammlung werde die endgültige Entscheidung getroffen und es werden dann auch erst nach Beurteilung und Abwägung der geäußerten Einwände mögliche Verträge unterschrieben.

Quelle: RP
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