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Rheinberg
Paul Feltes wünscht sich Spenden für Amplonius

Rheinberg: Paul Feltes wünscht sich Spenden für Amplonius
Paul Feltes zeigt eine Skizze davon, wie die Amplonius-Statue in Rheinberg aussehen könnte. Er hofft darauf, dass viele für das Denkmal spenden. FOTO: A. Fischer
Rheinberg. Paul Feltes hat zahlreiche Bücher über Rheinberg geschrieben und ist so etwas wie das historische Gewissen der Stadt. Heute wird er 90. Von Uwe Plien

Zu seinem heutigen 90. Geburtstag hat Paul Feltes einen Wunsch: "Ich brauche keine Blumen und keinen Wein. Mir liegt nur eine Sache am Herzen: Spenden für eine Amplonius-Bronzefigur. Es würde mich sehr, sehr freuen, wenn das klappen würde." 1500 Euro hat er schon zusammen bekommen. Weil er 120 Gäste zu seiner Geburtstagsfeier eingeladen hat, kommt sicher noch ein stolzes Sümmchen dazu. Was eine lebensgroße Figur des mittelalterlichen, in Rheinberg in der heutigen Underbergstraße geborenen Universalgelehrten kostet, weiß er nicht genau. Paul Feltes: "Edeltraud Hackstein vom Heimatverein hat alles in die Hand genommen. Sie kümmert sich darum."

Warum ausgerechnet Amplonius Ratingk de Berka? "Weil dieser Gelehrte in seiner Geburtsstadt viel zu wenig gewürdigt wird", sagt Feltes. "Eine kleine Straße und das Gymnasium - mehr erinnert nicht an ihn. Ich wünsche mir, dass eine Bronze-Statue am Alten Rathaus aufgestellt wird. Zwischen Eingang und Türmchen, zur Straße hin. Dann könnte man sie schon sehen, wenn man die Rheinstraße entlang kommt."

Paul Feltes freut sich, seinen 90. Geburtstag mit seiner Frau Hildegard, mit Familie, Freunden, Nachbarn und Weggefährten feiern zu können. Längst ist er selbst ein Stück Rheinberger Geschichte. 14 Bücher hat er geschrieben und so viele Zeichnungen und Bilder überwiegend mit Motiven seiner Heimatstadt aufs Papier gebracht, dass er sie nicht mehr zählen kann.

Wer Paul Feltes in seinem Haus an der Goldstraße besucht, taucht sofort ein in die lange, bunte, bewegte Geschichte der Stadt. Das Schaffen des Heimatforschers ist im ganzen Haus verteilt, die meisten Schätze liegen im Arbeitszimmer. Bücher, Bilder, Fotos, Dokumente, Unterlagen und, und, und. Seit Jahrzehnten sammelt, archiviert und bewertet Paul Feltes alles sorgsam. Er ist so etwas wie das geschichtliche Gewissen der Stadt.

Dabei wurde ihm diese Leidenschaft nicht in die Wiege gelegt. Ursprünglich kommen die Feltes aus Ossenberg, waren Bauern, später dann verdienten sie als Handwerker ihren Unterhalt. Paul Feltes: "1725 zogen meine Vorfahren nach Rheinberg." Irgendwann stand der Name Feltes für Brot, Brötchen und Kuchen. "Bäcker Feltes" steht heute noch am Geschäft an der Rheinstraße. Jahrzehntelang haben Paul und seine Frau Hildegard Feltes dort gebacken und verkauft. 1990 übergaben sie die Bäckerei an das Ehepaar Löhle. Nicht nur das Arbeitsleben, auch der Krieg - Feltes war von 1944 bis 1947 in Kriegsgefangenschaft - haben den Senior geprägt. Auch dieses Kapitel hat er in einem Buch aufgearbeitet. In der Gefangenschaft hat er gezeichnet, hat auch Gedichte geschrieben. Später kamen Tuschezeichnungen hinzu. Auch zahlreiche Ölbilder hat der Künstler im Laufe seines Lebens gemalt.

Für sein ehrenamtliches Engagement ist Paul Feltes 2012 der Ehrenring der Stadt Rheinberg verliehen worden. Auch den Rheinlandtaler des Landschaftsverbands hat er 2003 erhalten. Zudem ist er in vielen Vereinen Ehrenmitglied.

Er war in vielen Bereichen aktiv. Früher war er Sportler, er gründete nach dem Krieg eine Fechtabteilung im TuS Rheinberg. Vergessen darf man nicht den Karneval. Feltes, Rhinberkse-Jonges-Prinz in der Session 1974/75, hat lange die Orden für die Rheinberger Karnevalisten gestaltet.

Zusammen mit Bernd Evers vom Sprookverein Ohmen Hendrek arbeitet Feltes an einem Buch mit seinen Bildern, das 2017 zum 90-jährigen Bestehen des Mundartvereins veröffentlicht und verkauft werden soll. "Der Erlös wird für das Amplonius-Projekt gespendet", sagt Paul Feltes.

Spenden bitte auf das Konto des Heimatvereins, Stichwort "Amplonius", Sparkasse am Niederrhein, IBAN: DE 59 3545 0000 1560 1021 94

Quelle: RP
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