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Rheinberg
Petra Klein zeigt den "Charme des Alltäglichen"

Rheinberg. Im Stadthaus zeigt Petra Klein bearbeitete Fotografien: "Der Charme des Alltäglichen" ist bis 21. August zu sehen. Von Peter Gottschlich

Oft sucht sich Petra Klein ihre Motive in großen europäischen Städten. Die Künstlerin der Foto Arbeitsgemeinschaft Rheinberg lichtet aber nicht Kathedralen oder Paläste ab, sondern Menschen - in Situationen, die viele gar nicht als beachtenswert ansehen: Besucher schießen Selfies vor dem Brandenburger Tor. Zwei Frauen, von denen die eine einen Sonnenschirm trägt, unterhalten sich in großer Hitze. Kinder jagen lachend großen Seifenblasen hinterher. 27 dieser Werke nun im Foyer des Stadthauses zu sehen. "Oft sitze ich in einem Café oder auf einer Bank und warte auf den richtigen Augenblick - manchmal eine halbe Stunde lang", sagt die 57-jährige Moerserin. Schließlich will sie ein Gefühl festhalten, ein Gefühl, das für den Augenblick steht. "Der emotionale Ausdruck meiner Bilder ist für mich das Wesentliche", erläutert die Künstlerin, die auch Mitglied der Moerser Palette ist. "Deshalb erlaube ich mir, sie künstlerisch zu bearbeiten, bis sie das ausdrücken, was ich empfunden habe."

Sie verändert die Fotografien auf einem Computer, um sie auf Leinwand zu drucken. Meistens reduziert sie die Zahl der Farben, um den Werken einen dominanten Grundton zu geben. Mit diesem transportiert sie dann das Gefühl für den farbigen Augenblick. Der Grundton beim Bild vor dem Brandenburger Tor ist Grau. Dadurch wird die Bewegung der Menschen, der "bunten Punkte", hervorgehoben. Wie in einem Film, der nicht mehr weiterläuft, ist sie "erstarrt", wie das Bild auch heißt. Beim Bild "Frau mit Sonnenschirm" lässt Petra Klein die Betrachter die Hitze förmlich spüren: Sie wählte als Grundton Gelb. Bei manchen Werken dreht Petra Klein den Spieß um. So ist das Bild "Seifenblase" schwarzweiß, damit die Betrachter in die lachenden Gesichter der Kinder schauen. "Ein farbiges Bild hätte trivial gewirkt", sagt sie. "Es hätte den Blick vom Wesentlichen abgelenkt."

Geöffnet ist das Stadthaus montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr.

Quelle: RP
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