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Rheinberg
Politik: Wofür die Rheinberger Fraktionen Geld ausgeben wollen

Rheinberg. Auch zwei Sportvereine bitten um Unterstützung: Die Hallenbodenerneuerung des TC Solvay wird die Stadt nicht zahlen, über das Aufstellen neuer Flutlichtmasten beim SV Orsoy wird noch entschieden. Von Uwe Plien

Am 6. März wird der Haushaltsplan für 2018 beschlossen. In Vorbereitung darauf standen in der Haupt- und Finanzausschusssitzung zahlreiche Anträge der Fraktionen zur Diskussion. Zwei Anträge der CDU-Fraktion wurden zurückgestellt: Die Einführung einer Rheinberg-Card soll wieder aufgegriffen werden, wenn das Tourismuskonzept abgeschlossen ist. Ebenso wurde der Antrag, 4000 Euro für die Ausstattung der Ortseingangsschilder mit den plattdeutschen Namen der Orte auszugeben, zurückgezogen.

Die CDU möchte auch die Toilettenanlage der Grundschule in Wallach sanieren lassen und Rheinberger Sehendwürdigkeiten mit QR-Code-Tafeln ausstatten. Dafür sollen 3000 Euro eingestellt werden. Deutlich mehr, nämlich 50.000 Euro, ist der CDU die Attraktivitätssteigerung des Underberg-Freibades wert. Pit-Pat-Anlage, Outdoor-Fußball-Billard-Anlage, Basketballkorb, eine Kletterwand im Schwimmerbecken - alles das sei dazu geeignet, die CDU glücklich zu machen, wertete FDP-Sprecher Herbert Becker - "aber eigentlich ist das alles Quatsch, weil wir solche Dinge erst festlegen wollten, wenn das Bäderkonzept beschlossen ist". Dem pflichtete Claudia von Parzotka-Lipinski (SPD) als Sportausschussvorsitzende bei. "Die CDU-Ideen sind charmant, aber wir sollten einen Schritt nach dem anderen machen."

Die CDU hatte noch mehr auf ihrer Wunschliste stehen: 7000 Euro als Zuschuss für ein Klettergerüst für die Schule am Deich, 1500 bis 2000 Euro, um die Papierkörbe auf der Orsoyer Deichpromenade "krähensicher" zu machen, ein vorgezogener Ausbau des Kirchwegs in Budberg und eine bessere Radwegebeleuchtung zwischen Mühlenkolk und Eversaeler Straße in Budberg. Ein Thema, dass generell zu vertiefen sei, wie der Ausschuss befand.

Auch die SPD legte Anträge vor. Sie möchte ein Wohnungsmarktkonzept für Rheinberg erarbeiten lassen, würde gerne 3000 Euro in das insektenfreundliche Projekt "Rheinberg summt!" investieren und die Beleuchtung am Plankweg in Orsoyerberg (Weg Richtung Edeka-Markt) verbessern.

Ein dicker Batzen - 100.000 Euro - soll nach Einschätzung der SPD in das Bäderkonzept fließen.

Die Liberalen machten sich unterdessen für eine Neuauflage der Broschüre "Heiraten in Rheinberg" stark. Die letzte Auflage stamme aus dem Jahr 2012, seitdem habe sich eine Menge verändert. Außerdem solle geprüft werden, ob sich neben dem Alten Rathaus und dem Standesamt noch andere Standorte für eine Eheschließung anbieten.

Auch die Grünen werben für verschiedene Dinge - unter anderem eine Erhöhung der Grünpflegepauschale um 100.000 Euro. Wie berichtet, wünschen sich die Grünen unter anderem auch 125.000 Euro für die Beschäftigung zusätzlicher Inklusionshelfer.

Dem Ausschuss lagen auch Anträge von Sportvereinen vor. So hatte der Tennisclub Solvay die Erneuerung des Hallenbodens beantragt. Zwei Konzepte seien erarbeitet worden, beide belaufen sich auf jeweils 100.000 Euro. In den Sportförderrichtlinien sei die Halle nicht als förderfähiges Gebäude aufgenommen, weshalb die Stadt nicht zuständig sei, lautete die Argumentation der Verwaltung. "Deshalb können wir keinen Zuschuss geben", sagte Bürgermeister Frank Tatzel.

Anders sieht es beim Antrag des SV Orsoy aus, der in einer Notsituation steckt. Beim Sturm "Friederike" ist ein Flutlichtmast umgestürzt. Der Verein hat nun Sorge, dass auch die anderen nicht mehr stabil sind. Gebrauchte Ersatzmasten konnte der Verein bereits beschaffen. Für das Aufstellen dieser Masten und die Ausstattung mit LED-Licht liegen die Kosten bei rund 38.000 Euro. Die Hälfte davon soll die Stadt tragen. Ob es dazu kommt, soll im Sportausschuss entschieden werden, der in der nächsten Woche tagt.

Quelle: RP
 
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