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Alpen
Projekt Ärztehaus - die Rechnung geht auf

Alpen. Nachdem die Etage für Mediziner und Therapeuten inzwischen komplett vermietet ist, steht auch der Alpener Apotheker Thomas Kretzer kurz vorm Abschluss des Mietvertrages für die Amaliengalerie. Von Bernfried Paus

1,5 Millionen Euro hat der Rat in die Hand genommen, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung langfristig zu sichern. Mit diesem Geld hat sich die Gemeinde einen Teil der "Amaliengalerie" gesichert, um Medizinern moderne Praxisräume anbieten zu können und sie im "Ärztehaus" an den Ort binden zu können. Die politische Entscheidung war damals ein Scheck auf die Zukunft. Nun, wenige Monate vor Fertigstellung des markanten Gebäudes im Zentrum, kann es als sicher gelten, dass die Rechnung aufgeht.

Die Praxisflächen, so meldete Bürgermeister Thomas Ahls im RP-Gespräch, sind komplett vermietet. Zuletzt Physiotherapeut Wolfgang Schwartz seinen Mietvertrag unterschrieben, der seit 25 Jahren in Veen praktiziert und nun auch eine Physiotherapiepraxis in Alpen eröffnet. Und im Zuge dessen scheint auch der Weg frei, dass unten, wie geplant - im Herbst eine Apotheke einzieht.

"Ich befinde mich in den Gesprächen mit dem Investor auf der Zielgeraden", sagte Thomas Kretzer, der in Alpen die Burg- und die Adler-Apotheke führt. Er gehe nach derzeitigem Stand davon aus, dass er noch im Februar Vollzug melden könne und die Tinte unter dem Mietvertrag trocken sei.

Die Abschlüsse der Gemeinde mit den Medizinern und Therapeuten hat Bewegung in Kretzers Bemühungen gebracht, ebenfalls ins Ärztehaus zu ziehen. "Das war eine Voraussetzung. Ohne Ärzte", räumt er offen ein, "hätte es für mich wenig Sinn ergeben umzuziehen." In welcher Weise er künftig mit welchen Apotheken im Dorf präsent sei, ließ er offen. "Das hängt noch von einigen Faktoren ab", sagt er. Unterdessen werde der Eingangsbereich und die Anordnung der Schaufenster auf der Baustelle Amaliengalerie in Absprache mit ihm gestaltet. Für die Details beim Innenausbau bleibe noch genügend Zeit.

Bürgermeister Thomas Ahls hatte dem Rat bereits in der Sitzung vor Weihnachten die frohe Botschaft verkündet, dass eine allegemeinmedizinische Praxis ins neue Haus einziehen werden. Dr. Kathrin Gagel und Dr. Elmar Vohn wechseln aus relativ beengten räumlichen Verhältnissen in der Praxis Zum Wald an die Burgstraße. "Dann müssen wir endlich nicht mehr in den Keller", freute jetzt eine Senioren beim Treffen des Bürgermeisters mit der CDU-Seniorenunion. Den beiden würde sich ein weitere Ärztin anschließen, so Ahls.

Auch die Zahnarztpraxis ist an die Frau gebracht. Dr. Iris-Isabelle Gudde werde ihre Patienten künftig im Ärztehaus behandeln. Auch mit Sprachtherapeutin Anne Strüngmann scheinen alle Hürden genommen. Damit habe die Gemeinde ihr Ziel zu 100 Prozent erreicht. Ein Ergebnis, das Ahls immer erhofft hat, aber sicher sein konnte er sich nie. "Ich war immer optimistisch", sagte der Bürgermeister, räumte aber ein, dass ihm "ein Stein vom Herzen gefallen" sei. "Wenn's mit den Praxen nicht geklappt hätte, wäre es problemlos möglich gewesen, hier Wohnungen zu machen und zu vermieten", so Ahls: "Aber das wäre sicher nicht schön gewesen."

So hat der Rat alles richtig gemacht. Auch wenn kein zusätzlicher Facharzt nach Alpen kommt, wie Kritiker betonen. Das ficht den Bürgermeister nicht an: "Moderne Praxen bedeuten eine langfristige Bindung an den Ort. Und es wird später erheblich leichter, Praxisnachfolger zu finden." Das Ärztehaus sei eine Versicherung, die der Bevölkerung langfristig eine gute medizinische Versorgung garantiert. "Das ist das, was wir erreichen wollen", sagt der Bürgermeister.

Quelle: RP
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