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Rheinberg
Qualitätsarbeit aus der Caritas-Werkstatt

Rheinberg: Qualitätsarbeit aus der Caritas-Werkstatt
Christoph Albers, Jörg Olyschläger und Monika Hanisch - sitzend von rechts - in der Rheinberger Caritas-Werkstatt bei der Herstellung von Fugengummis. Mit dabei ist Gruppenleiter Markus van Leyen. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Am Rheinberger Nordring fertigen behinderte Menschen Fugengummis für die Werkzeugfabrik Wick in Kamp-Lintfort. Von Nicole Maibusch

Jörg Olyschläger hat ein feines Gehör. "Es hört sich anders an, wenn die Maschine nur eine Klemme ausschießt, um Lippe und Holz zu verbinden", sagt er. Diese Teile landen gleich im Ausschuss. Ähnlich wie bei Monika Hanisch, die im Arbeitsschritt zuvor Gummilippe und Holzteil ineinandergeschoben hat. Hier werden beidseitig bedruckte Holzkörper sofort als Fehlprodukt aussortiert. Am Ende stapelt Christoph Albers die fertigen Fugengummis säuberlich gegeneinander. 120 Exemplare landen ordentlich und handlich gebündelt in einem Karton. Insgesamt 5000 Stück Fugengummis fertigen die 51 Mitarbeiter des Metallbereichs der Caritas-Werkstatt am Nordring 56 derzeit für die Kamp-Lintforter Wick Werkzeugfabrik GmbH. Bis Ende des Jahres musste der Auftrag abgewickelt sein.

Insgesamt werden in der Werkstatt vom Spachtel bis zum Rakel rund 25 verschiedene Produkte für das Kamp-Lintforter Unternehmen gefertigt. Wick steht für hochwertige Maler-, Tapezierer-, Bodenleger- und Bauwerkzeuge. Die Produktpalette ist in fast jedem gut sortierten Baumarkt zu finden. Darunter auch die Fugengummis aus der CaritasWerkstatt Rheinberg.

"Die Zeiten, in denen wir ausschließlich Kalender geklebt und Bürsten gebunden haben, sind vorbei", betont Andrea Emde, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein (CWWN). Längst agiert die CWWN mit ihren Werkstätten - auch der in Rheinberg - wie ein Unternehmen. Und schafft es zu überzeugen. Die Werkstatt ist zertifiziert nach DIN ISO 9001 und bietet damit den entsprechend hohen Qualitätsstandard. Außerdem zeichnet sich die Einrichtung durch ein hohes Maß an Flexibilität und Zuverlässigkeit aus. Vor Kurzem wurden 2000 Zielklingenschaber binnen fünf Tagen produziert und an den Auftraggeber Wick geliefert.

"Wir übernehmen Fertigungsaufträge wie jede andere Firma auch und müssen frist- und auftragsgerecht unsere Leistung erbringen", bringt es Thomas Funke, Technischer Leiter der Rheinberger Caritas-Werkstatt auf den Punkt. Den Wohltatsbonus gibt es nicht. Es gilt: Die Zusammenarbeit muss für Auftraggeber und -nehmer gleichermaßen wirtschaftlich profitabel sein. "Wir erhalten längst nicht jeden Auftrag", betont Markus van Leyen, Abteilungsleiter der Metallwerkstatt. Insgesamt gibt es in Rheinberg 275 Arbeitsplätze, 51 davon in der Metallwerkstatt am Nordring 56, 24 im Förderbereich. Je nach Auftragslage und Arbeitsspitzen werden die Mitarbeiter entsprechend ihrer Fähigkeiten flexibel eingesetzt. "Derzeit sind wir wirklich gut ausgelastet", sagt Thomas Funke. Um neue Auftraggeber zu gewinnen und damit den Kundenkreis weiter auszubauen, muss die Caritas-Werkstatt allerdings eine große Hürde nehmen. "Die Geschäftsführer müssen einmal in unserer Werkstatt gewesen sein, um zu sehen, dass wir in erstklassiger Qualität umsetzen können, was auf dem Auftragsformular steht", sagt Andrea Emde.

Quelle: RP
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