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Rheinberg
Radler pfeifen auf Wetter-Kapriolen

Rheinberg: Radler pfeifen auf Wetter-Kapriolen
Auf dem Reekwall in Menzelen-West unterwegs: Marlies und Wolfgang Mill aus Moers fuhren gestern beim Niederrheinischen Radwandertag die große Runde. Das bedeutet: 75 Kilometer. Die beiden sind leidenschaftliche Radfahrer. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Regen und Hagel, Sonne und Wind - egal: Beim Niederrheinischen Radwandertag machten sich zahlereiche Fahrradfans von Rheinberg, Alpen, Sonsbeck und Xanten aus auf den Weg. Es wurden wieder verschiedene Routen angeboten. Von Peter Gottschlich

Das Wetter war gestern Vormittag unbeständig. Oft hingen dunkle Wolken am Himmel, die sich hier und da entluden, beispielsweise kurz vor dem Mittagsläuten auf einem Streifen von der Leucht über Alpsray nach Rheinberg. Es goss wie unter einer Dusche. Dazu schlugen kleine Hagelkörner auf den Boden. Da hatten Radfahrer sich in Sekunden einen Unterstand oder einen großen Baum zu suchen, wenn sie nicht nass werden wollten. Gleichzeitig genossen Fietsfreunde in Alpen herrlichen Sonnenschein, der am Nachmittag überall die Oberhand gewann.

Die Radler des 25. Niederrheinischen Radwandertages hatten Mut zum Risiko zu haben. Denn das Wetter am Sonntagvormittag schlug Kapriolen wie im April. Es konnte die Sonne scheinen, aber auch donnern, regnen und hageln.

"Ich bin erstaunt, wie viele gestartet sind", freute sich Barbara Gumpert mit Blick auf das Wetter, die auf dem Großen Markt in Rheinberg den Radlern ihre Stempelkarten überreichte. "Direkt um 10 Uhr sind 50 Radler losgefahren", sagte die für Tourismus verantwortliche Mitarbeiterin der Stadt Rheinberg. "Das waren etwas weniger als im letzten Jahr. Dann ging es Schlag auf Schlag bis 12 Uhr weiter. Bis dahin waren es mit rund 200 etwas mehr als im letzten Jahr. Die meisten sind in kleinen Gruppen gefahren. Mittlerweile sind auch viele Ältere mit elektrischen Pedelecs unterwegs."

Dabei ist Rheinberg ein Sonderfall. Denn auf dem historischen Ensemble um den Markt starten besonders viele Fietsfreunde, die aus dem Ruhrgebiet mit Autos und Fahrrädern anreisen, die sie auf Gestellen auf ihren Anhängekupplungen befestigt haben. "Diesmal sind sogar Radler aus Castrop-Rauxel in Rheinberg gestartet", sagte Barbara Gumpert. "Sie haben viele Broschüren mitgenommen. Eine bessere Werbung für den Niederrhein gibt es nicht."

Die Radler fuhren entweder die vorgeschlagenen Routen, die zwischen 40 und 70 Kilometer lang waren, oder sie kombinierten verschiedene Strecken. Zum Beispiel konnten sie von Xanten über Alpen und Rheinberg nach Wesel fahren, um über Bislich wieder nach Xanten zurückzukehren. Dabei "er-fuhren" sie buchstäblich die niederrheinische Landschaft, in der sich Äcker und Gewässer, Wälder und Wiesen abwechseln. Meistens verweilten sie kurz an den Stempelpunkten, um Livemusik hören, etwa am Marktplatz in Xanten, um sich eine Postkartenausstellung ansehen, wie in der Gommanschen Mühle in Sonsbeck, oder um sich an Ständen zu informieren, beispielsweise an der Straßenverkehrswacht am Alpener Rathaus. An den Stempelpunkten stärkten sich viele mit Gegrilltem und Gekühlten, Kaffee und Kuchen.

Oder sie unterhalten sich mit anderen Fahrradfahrern und Mitarbeitern der Tourismus- sowie Wirtschaftsförderung, wie in Alpen mit Petra Romba. "Optimales Wetter gibt es fast nie beim Radwandertag", meinte sie. "Diesmal war es wechselhaft, 2015 war es sehr schwül und 2014 hatte es am Ende des Radwandertages Schauern gegeben. Dazu hat der Wind fast die Zelte weggeblasen. Diesmal sind in Alpen etwas weniger Radler gestartet als im letzten Jahr."

Bei den Gesprächen dachten einige laut darüber nach, eine Kinder- und Familienroute anzubieten, wie sie Neukirchen-Vluyn, Rheurdt und Kamp-Lintfort im letzten Jahr auf 27 Kilometern Länge etablierten. "Das ist eine gute Idee, um jungen Familien anzusprechen", meinte zum Beispiel Barbara Gumpert. "Unsere kürzeste Tour ist 42 Kilometer lang. Um drei Stempelpunkte anzufahren, könnte es neben dem Halt am Großen Markt auch einen in Orsoy geben. Organisatorisch wäre das ein größerer Aufwand. Außerdem wäre zu klären, ob bei einer Kurzroute die Radfahrer an der Tombola teilnehmen dürfen."

Quelle: RP
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