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Alpen
Rathäuser vor Hacker-Attacken gut geschützt

Alpen. Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten treffen Vorkehrungen. Die Tablets der Ratspolitiker laufen im eigenen System. Von Bernfried Paus und Pete R Kummer

Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht über Angriffe von Hackern auf fremde Netze berichtet werden muss. In den heimischen Rathäusern stoßen sie allerdings auf Granit beim Versuch, sich Zugang zu den Netzen zu verschaffen. Versuche werden immer wieder mal registriert. "Jedoch gibt es hier eine Sensibilisierung der Belegschaft, auf solche Mails, oftmals zu erkennen durch fehlende Anreden, Rechnungsnummern und Ähnliches durch Löschen und Ignorieren zu reagieren", berichtet Michael Tillig von der Stadt Rheinberg. Außerdem würde im Spamfilter des Kommunalen Rechenzentrums Niederrhein (KRZN) in Kamp-Lintfort täglich 99 Prozent der Mails gelöscht.

Überhaupt spielt das KRZN eine wichtige Rolle bei der kommunalen IT-Sicherheit. "Durch die Anbindung ist sichergestellt, dass Rechnersysteme nicht ungeschützt mit dem Internet verbunden sind", erläutert Thomas Rynders von der Stadt Xanten. Firewalls schützen vor schadhafter Software, jede eingehende Mail werde auf Schad-Software hin gescannt. Immer wieder wird der Status quo geprüft, ob die technischen Sicherheitsmaßnahmen ausreichen.

Mal schnell im Büro den privaten Mailaccount checken? Ist nicht erlaubt. Rynders: "Zudem wurden Maßnahmen getroffen, damit private Geräte (Speicherkarten, USB-Sticks) nicht am dienstlichen PC genutzt werden können."

In Zeiten, in denen da s "papierlose Büro" auch in der Politik auf dem Vormarsch ist, erhalten Ratsvertreter die Sitzungsvorlagen nicht mehr in gedruckter Form, sondern als Datei aufs tragbare Tablet. Das hat durchaus Vorteile. Die Verwaltungen sparen Kosten für Papier, Druck und Arbeitsaufwand.

Peter Nienhaus, Fraktionschef der Grünen im Rat Alpen, steht der digitalen Welt aber gelegentlich höchst skeptisch gegenüber. Vor dem Hintergrund der jüngsten Hackerattacken wollte er von Bürgermeister Thomas Ahls wissen, wie sicher die Rechner im Rathaus vor Angriffen von außen seien. Mit der Einführung der papierlosen Ratsarbeit, so die Befürchtung des Grünen-Sprechers, könne die Angriffsfläche für Attacken von außen möglicherweise größer geworden sein.

Bürgermeister Ahls beruhigte den Fragesteller. Es habe bislang keine Zwischenfälle auf dem Rathaus-Rechner gegeben. Er fühle sich, so Ahls, beim Kommunalen Rechenzentrum gut aufgehoben und sei sicher, dass die eingezogene "Firewall" standhält und einen undurchlässigen Schutz gewähre. Zudem seien Apple-Geräte weniger anfällig. Dennoch mahnte Ahls die Ratsvertreter, sehr sorgsam mit privaten E-Mails umzugehen und verdächtige Anhänge nicht zu öffnen.

"Mobilgeräte stellen grundsätzlich eine Herausforderung dar, da diese, anders als festverbundene Rechner, nicht permanent im physischen Zugriff durch die IT sind", sagt der Xantener Rynders. Darum werden die Mobilgeräte in einem extra abgesicherten Netz verwaltet, das keinen Zugriff auf das eigentliche Verwaltungsnetz ermöglicht. Ähnlich ist es in Rheinberg.

Zudem werden Ratsmitglieder regelmäßig darüber informiert, Updates durchzuführen. "Die Stadt hat seinerzeit auf Mobilgeräte eines Herstellers gesetzt, der für eine gute und schnelle Update-Politik bekannt ist." Xanten und Rheinberg bevorzugen wie Alpen das Betriebssystem Apple. Tillig: "Natürlich besteht die Gefahr, dass die Geräte gehackt werden. Vollkommene Sicherheit wäre nur dann da, wenn man keine Geräte einsetzt. Da dies aber sinnfrei wäre, muss man ein Restrisiko in Kauf nehmen." Entwarnung kommt auch aus Sonsbeck, das, wie Ludger van Bebber betont, noch nie Ziel eines Hackerangriffs war. Das Wlan-Netz des Rathauses ist vom übrigen Netzwerk getrennt. "So sind Verwaltungsrechner im Falle eines Hackerangriffs aufs Tablet eines Mandatsträgers nicht betroffen."

Quelle: RP
 
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