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Rheinberg
Reformpläne für Notdienst liegen zunächst mal auf Eis

Rheinberg. Die Reform des ärztlichen Notdienstes ist erst mal gestoppt. Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KV) hat das vorgeschlagene Moratorium angenommen. Die Widerstände vor Ort waren erheblich. Auch das Basisnetz rheinischer Ärzte, das seit mehr als 20 Jahren eine Notdienstpraxis im DRK-Zentrum am Melkweg in Rheinberg betreibt, hatte erhebliche Bedenken geltend gemacht. Von Bernfried Paus

Landesweit wurde eine "Chaotisierung der Verhältnisse" befürchtet. Die Sorge um die Sicherstellung der Notfallversorgung war nicht zu überhören. Der Hausärzteverband Nordrhein, der früh Bedenken wegen der Umsetzung angemeldet hatte, begrüßt, dass die KV ihre Pläne auf Eis gelegt hat.

Vor Ort war die Sorge groß, dass es künftig nur noch zwei Notfallpraxen für 480.000 Einwohner im ganzen Kreis Wesel geben werde, verbunden mit Aus für die Notfallpraxis am Melkweg. Fachleute waren davon ausgegangen, dass Moers als linksrheinischer Standort ausgeguckt sei. Befürchtete Folge: Weite Wege treibe Patienten in die Notfallambulanzen der Krankenhäuser, die schon jetzt an der Belastungsgrenze arbeiten würden. Auch die Sorgen um Hausbesuche waren erheblich, weil aufgrund langer Wartezeiten der Notruf 112 immer öfter als Ausweg erscheine und so das Rettungssystem zu blockieren drohe.

Dr. Günther Klaus Gollan, Vorsitzender des Basisnetzwerkes rheinischer Ärzte, geht davon aus, dass "unausweichliche Veränderungen nur aufgeschoben" sind. Es werde zu größeren regionalen Einheiten kommen, so Gollan. Auch über die Zukunft der Notfallpraxis am Melkweg werde nachgedacht. Deren Bedeutung nehme in der Praxis zunehmend ab. "Immer mehr Patienten gehen direkt ins Krankenhaus", so Gollan. Er plädiert für eine "patientenfreundliche Lösung", die auch älteren Menschen, die nicht mobil seien, gerecht werden müsse.

Quelle: RP
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