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Alpen
René Schneider ist Kandidat der SPD

Alpen: René Schneider ist Kandidat der SPD
René Schneider gestern Abend bei seiner Rede vor den Delegierten in Bönninghardt. Er möchte den Wahlkreis 2017 wieder direkt ziehen. FOTO: Armin Fischer
Alpen. Der Kamp-Linforter ist gestern Abend in der Gaststätte Thiesen in Bönninghardt erwartungsgemäß nominiert worden - einstimmig. Er tritt 2017 im Wahlkreis 57 an und möchte seine Partei fünf weitere Jahre im Landtag vertreten. Von Peter Gottschlich

René Schneider zieht für die SPD in den Landtagswahlkampf. Gestern Abend stimmten alle 70 Delegierte für den 39-jährigen Kamp-Lintforter. Niemand enthielt sich bei der Wahlkreiskonferenz in der Gaststätte Thiesen der Stimme. Der Sozialdemokrat will am 14. Mai 2017 den Wahlkreis 57, Wesel II, wieder direkt ziehen.

Das war ihm schon 2012 zwischen Vluyn und Xanten gelungen. Damals hatte er 44,8 Prozent der Erststimmen geholt. Damit hatte er die CDU-Kandidatin Marie-Luise Fasse deutlich hinter sich gelassen, die nur 32,2 Prozent erreicht hatte. Diesmal tritt er gegen den Christdemokraten Rainer Groß aus Xanten an, der sich bei einer Kampfabstimmung am Dienstagabend knapp mit 25 zu 23 Stimmen gegen den Kamp-Lintforter Nick Kriegeskotte durchgesetzt hatte.

René Schneider gab sich in Bönninghardt kämpferisch. "Das Leben ist kein Sprint, sondern ein Marathon", sagte der Kandidat. "Es sind noch 347 Tage zur Wahl, in denen wir das Tempo erhöhen müssen." Der studierte Journalist, der seit 2000 Ratsherr in Kamp-Lintfort ist, kennt sich mit Politik und Wahlkämpfen aus. Nachdem er sein Studium abgeschlossen hatte, war er von 2002 bis 2008 persönlicher Referent der Düsseldorfer SPD-Landtagsabgeordneten Claudia Scheler. Dann wechselte er zur Repräsentationsabteilung der Stadt Gelsenkirchen, um unter anderem Reden für Oberbürgermeister Frank Baranowski zu schreiben. Von 2011 bis 2012 war er im Marketing der Kamp-Lintforter Stadtwerke aktiv.

"Ich will noch mehr bewegen", gab der Landtags abgeordnete als Motto seines Wahlkampfes aus. "Ich will weiter präsent sein. Ich will hingehen, wo es zwickt. Ich will vor Ort sein, um mich zu informieren." In seiner Rede, die er vor seiner Wahl hielt, zählte er auf, wo er seit der Landtagswahl vor Ort Präsenz gezeigt war. Er ging auf alle Städte und Gemeinden in seinem Wahlkreis ein. Er berichtete zum Beispiel aus Neukirchen-Vluyn, wie er sich dort für den Kauf der Nau-Immobilien durch die Stadt eingesetzt habe, die einen Renovierungsstau gehabt hätten. Doch der Bürgermeister, der kein Sozialdemokrat sei, habe das verhindert.

Er berichtete, wie er einmal nachts mit einer Polizeistreife in Xanten unterwegs war, um die Arbeit der Polizei kennen zu lernen und etwas über die Hintergründe für die nächtliche Schließung der Xantener Polizeiwache zu erfahren. Er blickte auf das Königsschießen des Alpener Junggesellenschützenvereins, bei dem er von den Problemen hörte, die vom Gesetzgeber für einmalige Schießplätze in den Weg gelegt werden. "Ich mache nicht nur Politik für SPD-Wähler, sondern auch für Neukunden", sagte der Familienvater und schmunzelte.

In den 25 Minuten, die er frei redete, ließ der SPD-Kandidat die Landespolitik fast außen vor. Er zitierte kein Mal Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Auch ging er nicht auf die Protestwähler ein, die bei der letzten Landtagswahl am 13. Mai 2012 die Piraten mit 8,6 Prozent zur drittstärksten Kraft im Wahlkreis gemacht hatten und heute teilweise AfD wählen dürften.

"Jetzt geht der Wahlkampf los", bedankte sich der Kandidat, nachdem er gewählt worden war und die Delegierten eine Minute lang geklatscht hatten. "Wir hatten noch nie einen besseren Landtagsabgeordneten", meinte ein Delegierter leise, als der Applaus geendet hatte. "Seine Präsenz vor Ort ist einmalig. Ich habe keine Ahnung, wie er das schafft."

Quelle: RP
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