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Rheinberg
Reptilien, Requisite und Reagenzglas

Rheinberg: Reptilien, Requisite und Reagenzglas
Christin Helmes (15) hat sich für ihr Praktikum den Terrazoo am Melkweg ausgesucht. Hier putzt sie die Scheiben eines Terrariums. FOTO: Terrazoo
Rheinberg. Einige der rund 140 Zehntklässler des Amplonius-Gymnasiums haben ungewöhnliche Schulpraktika hinter sich. Von Julia Braun und Leonard Wüsthoff

Praktikumszeit am Amplonius-Gymnasium: Drei Wochen lang haben die knapp 140 Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe zehn in Unternehmen, kulturellen Einrichtungen, in Arztpraxen, Anwaltskanzleien oder Universitäten gearbeitet. Diese Schulpraktika dienen der beruflichen Orientierung. Die in aller Regel 15- oder 16-Jährigen begaben sich dabei auf einem Weg voller Entscheidungen, die für ihre Zukunft getroffen werden sollten.

Traditionell beliebt sind Praktika in Arztpraxen, Kindergärten oder Grundschulen. Doch es gab auch diesmal wieder sehr spezielle, neugierig machende Arbeitsplätze; manche Schüler sind bei der Wahl ihrer Stellen überhaupt nicht auf der normalen Schiene gefahren und haben sich "Exoten" ausgesucht.

So etwa Kim Falß. Die 15-Jährige nimmt seit acht Jahren im "Mortimer English Club" in Budberg, einer privaten, von Sylvia Paulweber geführten Sprachschule, Sprachunterricht. Kims Wunsch ist es, Lehrerin zu werden. Sie zeigt sich überrascht, wie viel Zeitaufwand hinter jeder einzelnen Unterrichtsstunde steckt. "Die Arbeit hat sehr viel Spaß gemacht", erzählt die Orsoyerin.

In ihrem dreiwöchigen Praktikums im "Mortimer English Club" hat sie interessante Leute kennengelernt und knüpfte neue Freundschaften. "Es gibt keine Stunde, in der man nicht lacht", erzählte Kim Falß. Außerdem plante sie eine dreitägige Reise nach London mit und half in den Unterrichtsstunden. Dabei lernte sie Kinder kennen, gestaltete Förderunterricht, und auch mit Erwachsenen hatte sie zu tun. Die Einblicke, die sie bekommen hat, bedeuten Kim sehr viel.

Christin Helmes (15) hat sich für ihr Praktikum den Terrazoo in Rheinberg am Melkweg ausgesucht. Zu ihren Aufgaben gehörte es, sich um die Tiere zu kümmern. Beispielsweise fütterte sie die Reptilien. Auch das Beseitigen der Hinterlassenschaften und das Säubern der Terrarienscheiben fiel in ihren Bereich. "Ich habe sogar einem Mädchen eine Schlange in die Hand gegeben", erzählt Christin begeistert. "Die Arbeit mit Tieren bereitet mir sehr viel Spaß", ergänzt sie. Das Gefühl, den Schlangen und Echsen nahe und für sie verantwortlich zu sein, fand sie "sehr toll", sagt die Amplonianerin. Eine Ausbildung zur Tierpflegerin nach dem Abi? Nicht auszuschließen, aber auch noch nicht entschieden.

Mara Vinnbruck (15) wollte noch nie die ganze Zeit im Büro vor dem Computer sitzen. Sie liebt es sehr, aktiv und kreativ zu sein, außerdem findet sie das Schauspiel sehr interessant. Bei ihrem Berufspraktikum hat sie sich deshalb für das Schauspielhaus Düsseldorf entschieden, wo sie in der Requisite beschäftigt war. Im Fundus und in der Werkstatt findet man alles, was das Herz begehrt. Darüber zeigte sich auch Mara überrascht. Ihr Highlight war das Aufbauen des Sets - also das Herrichten der Bühne für eine Probe. Alles habe Spaß gemacht, jeden Tag passierte etwas anderes und mit jedem neuen Stück kamen neue Herausforderungen dazu. "Die ganzen Hallen und Türen und Wege sind schon meine Freunde geworden", erzählte die begeisterte Praktikantin aus Borth. Sie habe sich sehr wohl gefühlt und kann sich vorstellen, ins Schauspielhaus zurückzukehren. Phil Obiorah und Yannick Spinnen (beide 16) haben Praktikumsstellen an der Uni Essen gefunden. Dort konnten sie den Bereich "Molekulare Strukturelle Medizinische Bio Chemie" kennenlernen. Das Interesse an Biologie und Chemie war schon vorher bei beiden Amplonianern groß. Zudem wollten sie herausfinden, wie das Klima an einer Uni so ist. Weil sie sich trotz der komplexen Materie nützlich machen konnten, gefiel den Schülern die Praktikumszeit mit Reagenzglas & Co besser als der Schulunterricht. Besonders der lockere Umgang im Team bereitete ihnen Freude. Nun sind sie traurig, dass die Zeit vorüber ist.

Die beiden Verfasser dieses Textes haben ihre Praktika in der RP-Lokalredaktion Rheinberg absolviert.

Quelle: RP
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