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Immer mehr Schließungen
Stirbt Rheinbergs Gastronomie aus?

Rheinberg: Die Gastronomie stirbt aus
Keine Spur von Pio: Im Lokal an der Kamper Straße sind die Hähne hochgedreht. „Bis auf Weiteres geschlossen“ steht auf dem Schild in der Türe. FOTO: Fischer, Armin
Rheinberg. In Rheinberg wird nicht nur das "Kleine Rote" geschlossen, auch "Pio's" ist "bis auf Weiteres" dicht, in Budberg ist die Bahnhofsgaststätte mit Remise bald Geschichte. Veränderungen gibt es auch im "Café Sahnehäubchen" und im "Punto". Von Uwe Plien

Die Nachricht, dass Sabrina Thoma und Franz-Benedikt Schulte ihr Restaurant "Das Kleine Rote" am Großen Markt nach nur drei Jahren schließen (RP vom 22. August), ließ die Rheinberger aufhorchen. Und dass die beiden jungen Gastronomen mit unserer Redaktion ganz offen und ehrlich über die Gründe sprachen, brachte ihnen viel Respekt ein. Am 12. September ist das schöne Lokal in der jetzigen Form Geschichte.

Leider bleibt es nicht bei diesem einen Fall. Auch "Pio's" im vorderen Teil des Kamper Hof ist seit einigen Tagen geschlossen. In der Türe hängt von innen ein Zettel: "Unser Lokal bleibt bis auf Weiteres geschlossen!" – mehr war nicht in Erfahrung zu bringen. Inhaber Ralf Piotrowski war am Dienstag nicht zu erreichen. Auch Ralf Winstroth, Generalbevollmächtigter der Aaldering-Unternehmensgruppe (zu der auch der Kamper Hof gehört) hat nur vage Informationen: "Wir wissen leider auch nicht, wie es mit 'Pio's' weitergeht", sagte er am Dienstag.

Gisela von Thenen gibt ihr „Café Sahnehäubchen“ in jüngere Hände. FOTO: Fischer, Armin

Zur Aaldering-Gruppe gehört auch der "Scheffel", der seit Monaten leer steht. "Wir wissen, was wir im Scheffel haben möchten. Und es wird auf jeden Fall wieder eine Gastronomie einziehen", so Winstroth. "Allerdings hatten wir wegen des Umzugs unserer Verwaltung noch nicht die Zeit, uns intensiv um neue Pächter zu kümmern. Das kann noch etwas dauern."

Schnell verbreitete sich in Rheinberg das Gerücht, auch das "Café Sahnehäubchen" an der Gelderstraße schließe bald seine Pforten. Gisela von Thenen, seit 2006 Betreiberin des Cafés, winkt jedoch ab: "Stimmt nicht, das Café bleibt geöffnet. Allerdings gebe ich es im März nächsten Jahres ab. Ich habe eine junge Frau gefunden, die das 'Sahnehäubchen' weiterführt, was mich sehr freut."

Das „Caruso im Scheffel“ am Holzmarkt steht seit Monaten leer. Wann ein neuer Pächter das schicke Restaurant übernimmt, ist noch unklar. FOTO: Fischer, Armin

Im "Punto" an der Gelderstraße wird es weiterhin ein kühles Pils an der Theke geben. Eine Veränderung hat sich auch dort ergeben: Martina Conrad, von Beginn an Mitinhaberin des "Punto", zog sich vor kurzem nach zehn Jahren als selbstständige Gastronomin aus dem Geschäft zurück. So müssen die Gäste nun auf ein vertrautes Gesicht verzichten. "Ich führe das 'Punto' allein weiter", sagt Wirtin Fränzi Bröcking.

Auch Budberg bleibt vom Kneipensterben nicht verschont. 33 Jahren haben Heidemarie und Wilfried Albeck die Bahnhofsgaststätte mit der dazugehörigen Remise als beliebte Party-Location geführt. "Am 31. Oktober machen wir Schluss", sagt Wilfried Albeck. "Mit unserer Remise gehörten wir damals zu den ersten, die die Möglichkeit angeboten haben, günstig Privatpartys zu feiern. Das hat viele Jahre gut geklappt. Aber jetzt haben wir einen Nachbarn, der uns bei jeder Gelegenheit Polizei und Ordnungsamt auf den Hals hetzt. Und da vergeht einem irgendwann die Lust."

Quelle: RP
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