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Feuerwehr im Großeinsatz
Ein Verletzter bei Gasaustritt in Rheinberg

Gasaustritt in Rheinberg
Gasaustritt in Rheinberg FOTO: Fischer, Armin
Rheinberg. Im Rheinberger Industriegebiet Nordring ist am Freitagmorgen Kohlendioxid (CO2) in einer größeren Konzentration ausgetreten. Polizei und Feuerwehr waren im Großeinsatz. Eine Person wurde verletzt. Von Uwe Plien

Der Unfall ereignete sich gegen 7 Uhr, die Polizei sperrte das Gebiet bis 9.40 Uhr ab. An den Zufahrten von der Xantener Straße (L 137, ehemals B 57), leiteten Beamte den Verkehr ab. Evakuiert wurden ca. 350 Mitarbeiter der Caritas-Werkstätten Niederrhein und weitere ca. 100 Personen im Umfeld. Auch die Freiwillige Feuerwehr Rheinberg (die Löschzüge Mitte und Nord mit rund 50 Ehrenamtlichen), der Rettungsdienst und das städtische Ordnungsamt waren im Einsatz.

Sauerstoffgehalt unter 21 Prozent

Explosionsgefahr bestand nach Angaben der Feuerwehr nicht. Das Gas stammt aus dem am Nordring ansässigen Unternehmen Cryosolution, das aus CO2 Trockeneis herstellt. Zu den Ursachen für den Gasaustritt machten weder das Unternehmen noch Behörden Angaben. Feuerwehrsprecher Theo Geßmann sagte allerdings, man habe die Stelle, aus der das Gas ausgetreten sei, gefunden und abgedichtet. Bei einer Messung stellte die Feuerwehr fest, dass der Sauerstoffgehalt in der Luft im Umfeld des Unternehmens unterhalb der kritischen Marke von 21 Prozent lag. Das Kohlendioxid hat sich nach Angaben der Stadt Rheinberg in einer Mulde gesammelt und schwappte dort schließlich auf das Nachbargrundstück über. Dadurch seien auf dem Nachbargrundstück ein Kaninchen und eine Katze verendet.

Festgestellt wurde der Gasaustritt zuerst im benachbarten Unternehmen Metall Edelbau Rettig. "Einem meiner Mitarbeiter wurde plötzlich schlecht", erzählt Inhaber Oliver Rettig. "Dann haben wir die tote Katze entdeckt und gesehen, dass unsere drei Zwergziegen halbtot auf der Wiese lagen und Schaum vor dem Mund hatten. Sie werden inzwischen von einem Tierarzt behandelt."

Betriebsleiter Wolfgang Oberheide sagte, einige Mitarbeiter hätten im Keller des Betriebs gearbeitet, als dem 22-jährigen Moerser plötzlich schlecht geworden sei. Oberheide: "Draußen in einer Senke habe ich dann selbst auch Atemnot bekommen und habe sofort die Feuerwehr gerufen." Die Feuerwehr hat das Gelände, die Halle der Nachbarfirma und die Kanäle mit Hochleistungslüftern belüftet.

Der Einsatz war um 9.40 Uhr beendet. Eine Gefahr für die Allgemeinheit habe aufgrund der sofort durchgeführten Sperrungen und Evakuierungsmaßnahmen nicht bestanden, versicherte die Stadt. Das Amt für Arbeitsschutz und das Amt für Umweltschutz wurden eingeschaltet. Die Ermittlungen zur genauen Ursache dieses Gasaustrittes laufen.

 
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