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Rheinberg befürchtet Szenen wie in Köln
Frust beim OKK nach Absage des Karnevalszugs

Rheinberg-Orsoy: Frust beim OKK nach Absage des Karnevalszugs
Diese ausgelassenen Bilder wird es in Orsoy ausgerechnet im Jubiläumsjahr nicht geben. Der Jubiläumszug im 33. Jahr ist gestern abgesagt worden. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Die Kreispolizei hatte der Stadt Rheinberg geraten, ein Sicherheitskonzept zu verlangen. In Orsoy wird trotzdem gefeiert. Von Uwe Plien

Der geplante Rosenmontagszug in Orsoy wird nicht stattfinden. Das 1. Orsoyer Karnevals-Komitee (1. OKK '99) hat seinen Antrag auf Genehmigung der Veranstaltung zurückgezogen, nachdem erstmals für den Zug ein Sicherheitskonzept eingefordert worden war. Dazu war der Stadt Rheinberg von der Kreispolizeibehörde geraten worden. Die Kreispolizei sagte gestern, "Köln" habe bei der Abwägung "durchaus eine Rolle gespielt".

Als Hauptgrund nannte die Stadt Rheinberg, dass am Rosenmontag mit deutlich mehr Besuchern in Orsoy gerechnet worden wäre als in den vergangenen Jahren. Bislang fand der Orsoyer Zug alle zwei Jahre am Tulpensonntag mit jeweils rund 2500 Besuchern statt. Doppelt so viel Publikum - das hätte auch zu einem deutlich höheren Verkehrsaufkommen geführt.

Reaktionen auf Flüchtlinge in Orsoy FOTO: RP

Als weiteren Grund für die Absage nannten Stadt und die Polizei die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) im ehemaligen Orsoyer St.-Marien-Hospital. Dort lebten derzeit 200 Flüchtlinge, Anfang Februar (vermutlich noch vor Karneval) sollen 300 weitere hinzukommen. Die Flüchtlinge seien nicht an Karnevalsumzüge gewöhnt, zudem sei nicht auszuschließen, dass es - beispielsweise durch überhöhten Alkoholkonsum - zu Entwicklungen wie in der Kölner Silvesternacht kommen könnte. Man habe den Fall sehr genau geprüft und habe sich "die Entscheidung nicht leicht gemacht", sagten die Verantwortlichen.

Bei den Orsoyer Karnevalisten sitzt der Frust tief. "Das ist ein Schock für uns. Das Wurfmaterial ist bestellt, es kommen hohe Kosten auf uns zu", sagte OKK-Präsident Paul van Holt. Das Sicherheitskonzept könne der Verein nicht mehr beibringen. "Dazu brauchen wir ein halbes Jahr", sagte van Holt: "Bis Karneval sind es aber nur noch drei Wochen." Die OKK-Verantwortlichen geben sich durchaus selbstkritisch: Es seien auch im Verein Fehler gemacht worden. Die Stadt hatte beispielsweise darauf hingewiesen, dass das OKK den Antrag zum Zug erst im November und damit "ein wenig spät" eingereicht hätte.

Das sind die Züge im Kreis Wesel und Duisburg FOTO: RP-Grafik

Die Orsoyer wollten am Rosenmontag ein närrisches Jubiläum feiern: Der erste Zug im Stadtteil fand vor 33 Jahren statt.

Ganz wollen Paul van Holt und seine Mitstreiter allerdings nicht aufs Feiern verzichten: "Wir planen eine ,Jetzt-erst-recht-Party'", sagte der Präsident. Van Holt sagte, er habe bei der Generalprobe für die Rheinberger Büttensitzungen in der Stadthalle den Kollegen erzählt, dass der Zug abgesagt worden sei: "Daraufhin herrschte Totenstille."

Wie die Rheinische Post gestern auf Nachfrage erfuhr, bleiben die Karnevalszüge wie beispielsweise in Menzelen, Veen, Xanten oder Millingen von der Absage unberührt. Sie sollen planmäßig stattfinden. In Rheinberg Mitte gibt es in diesem Jahr keinen Rosenmontagszug.

Quelle: RP
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