| 22.31 Uhr

Rheinberg
Morkros scheitert nur knapp an Kaltenbach

Rheinberg. Am 27. September wird sich entscheiden, wer Rheinbergs neuer Bürgermeister wird. Der CDU-Kandidat lag weit vorne. Das Duell um Platz zwei zwischen der SPD-Frau und Peter Mokros (Grüne) war hochspannend. Von Uwe Plien

Spannender hätte dieser Wahlabend nicht verlaufen können. Und vermutlich haben nur die wenigsten mit diesem Verlauf des Abends gerechnet. Frank Tatzel, der parteilose CDU-Kandidat, lag von Beginn an vorne. Am Ende fuhr der 49-Jährige 38,35 Prozent - 4165 Stimmen - ein. Er ist der unangefochtene Sieger des Wahlabends. Die wahre Dramatik spielte sich zwischen Rosemarie Kaltenbach und dem Grünen-Kandidaten Peter Mokros ab. Der Ossenberger arbeitete sich stimmenmäßig rasch an die zunächst führende Sozialdemokratin heran und lag nach der Hälfte der ausgezählten Stimmbezirke vorne. Erst in letzter Sekunde, mit dem Briefwahlbezirk, riss die Beigeordnete der Stadt das Ruder noch herum. Jubel bei der SPD, Entsetzen bei den Grünen. Bei den einen kehrte die Farbe in die zwischenzeitlich verblassten Gesichter zurück, bei den anderen war der Abend gelaufen. Es war um 93 Stimmen gegangen: Rosemarie Kaltenbach holte 2169 (19,97 Prozent), Peter Mokros 2076 (19,12 Prozent).

Und auch der parteilose Ulrich Hecker war als Vierter keinesfalls abgeschlagen: Ihm gaben 1883 Rheinberger ihre Stimme, was im vorläufigen Wahlergebnis 17,34 Prozent ausmacht. Jürgen Rützel, ebenfalls parteilos, kam auf 567 Stimmen (5,22 Prozent). Die etwa 150 Wahlhelfer in den 20 Wahllokalen leisteten ganze Arbeit: Um 18 Uhr durften sie erst mit dem Auszählen der Stimmen beginnen, wenige Minuten nach 19 Uhr lagen alle Zahlen vor. Die wurden übrigens, optisch übersichtlich aufbereitet von Rainer Müller und Matthias Schmitz aus der Stadtverwaltung, von Hans-Theo Mennicken und Dieter Paus gewohnt professionell dargeboten. Ein Service, den rund 250 interessierte Gäste in der Stadthalle zu schätzen wussten.

"Super!" - das war das erste, was Frank Tatzel zu seinem Wahlergebnis einfiel. "Mit einem Vorsprung hatte ich gerechnet, aber nicht in dieser Deutlichkeit." Wie es nun in den nächsten zwei Wochen weitergeht, wird er in den kommenden Tagen mit der CDU besprechen. Ob er denn nun auch die Stichwahl gewinnt? "Ja", sagt Frank Tatzel.

 

"Das war knapp", meinte eine sichtlich erleichterte Rosemarie Kaltenbach. Dass die Wahl sich so dramatisch entwickeln würde, hatte sie nicht erwartet. "Jetzt werden wir überlegen, wie es weitergeht", sagte die 55-Jährige. Peter Mokros war geknickt. Das gab er ganz offen zu: "Ich bin nicht angetreten, um Dritter zu werden. Ich wollte Bürgermeister werden. Dass es so eng wird und am Ende um knapp 100 Stimmen geht, das tut weh. Ich werde jetzt genau untersuchen, woran das gelegen haben könnte." Gemeinsam will er nun mit der Partei überlegen, ob und wen er für die Stichwahl unterstützen wird. Ulrich Hecker machte aus seinem Herzen keine Mördergrube: "Ich hatte mir mehr erhofft", so der 53-Jährige. "Es zeigt sich, dass überwiegend nach Parteizugehörigkeit entschieden wird." Er sei stolz, so viele Stimmen geholt zu haben. Und noch etwas sagte Hecker: "Ich glaube nicht, dass ich in der Stichwahl Frank Tatzel unterstützen werde." Jürgen Rützel will für Kaltenbach votieren. "Auch wenn ich letzter geworden bin, so habe ich doch gewonnen. Meine Idee einer Rheinberg-App wollen die Grünen realisieren."

Quelle: RP
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