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Rheinberg
Rheinberg: Solidarität mit den Kriegsopfern in Syrien

Rheinberg: Rheinberg: Solidarität mit den Kriegsopfern in Syrien
Juseff Jussef ( Mitte im Gespäch mit Passanten ) hat die Demo gegen den Krieg in Syrien organisiert, viel Asylbewerber unterstützen die Aktion. FOTO: OO
Rheinberg. Jussef Jussef (53) vertritt keine politische Meinung und gibt keiner Religionsgemeinschaft den Vorzug. Für ihn stehen nur die Menschen im Vordergrund, die seit mehr als fünf Jahren unter dem Bürgerkrieg in Syrien leiden. Der Deutsch-Syrer und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer ist die ziellosen Verhandlungen in seinem Herkunftsland leid. Von Tobias Kruse

Unter dem Motto "Genug ist genug!" organisierte er am Sonntag eine Kundgebung auf dem Marktplatz, um das Thema wieder stärker ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Auf ausgestellten Fotografien sind Zeltstädte, Flüchtlingstrecks und zerstörte Häuserblocks zu sehen. Sie veranschaulichen, unter welchen Umständen seine Landleute leben müssen.

"Die verschiedenen Konfliktgruppen diskutieren seit Jahren und kommen zu keinem Ergebnis. Währenddessen sterben jeden Tag Menschen. Das Töten muss endlich aufhören", so Jussef in seiner Ansprache an die rund 50 Demonstranten. Darunter sind Kinder, junge Erwachsene und Senioren aus Deutschland, Syrien und dem Irak. Sie suchen den Austausch und wollen sich solidarisch mit den Opfern zeigen. So auch Bernd Harke (64) und Friedhelm Kung (55). Sie möchten erfahren, was die Flüchtlinge hierzulande bewegt und bedauern, dass das öffentliche Interesse am Schicksal der Flüchtlinge scheinbar abnehme.

Die vergleichsweise geringe Teilnehmerzahl sei zumindest auf Seiten der Flüchtlinge verständlich, sagt Jussefs Mithelfer Charly Bousart (73): "Viele haben Angst zu Kundgebungen wie diesen zu kommen. Sie fürchten, dass der syrische Geheimdienst sie identifiziert und ihren Familien in der Heimat etwas antut". Omar (24) und Bashar (33) gehören zu diesen Flüchtlingen. Die beiden Syrer kamen vor acht Monaten nach Deutschland. Zwar wollen sie mit ihrer Teilnahme an der Kundgebung ein Zeichen setzen, ihre Nachnamen behalten sie trotzdem lieber für sich. "Ich hoffe, dass wir den Flüchtlingen ihre Angst nehmen können. Es ist wichtig, dass wir alle zusammenstehen, wenn wir etwas bewegen wollen", so Jussef. Dabei setzt er auf Aufklärung und friedliche Diskussionen. Weitere Demonstrationen sollen folgen.

Der Syrien-Konflikt wurde Anfang 2011 durch Demonstrationen zur Demokratisierung des Landes ausgelöst. Daraus entwickelte sich ein Stellungskrieg verschiedener politischer und ethnischer Gruppen. Die Zahl der Todesopfer wird auf mindestens 220.000 geschätzt, weitere elf Millionen Syrer sind aktuell auf der Flucht.

Quelle: RP
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