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Rheinberg
Rheinberg staunt über biegsame Körper

Rheinberg: Rheinberg staunt über biegsame Körper
Gebogene Körper, Hand-auf-Hand-Akrobatik - vielfältig war das Programm im "Varieté Zauberhaft". FOTO: VZ
Rheinberg. Das "Varieté Zauberhaft machte in der Rheinberger Stadthalle Station und bot großartige Unterhaltung für die rund 600 Zuschauer. Von Erwin Kohl

Unglaubliche Akrobatik, bezaubernde Artistinnen und ein Bauchredner, der während seiner Arbeit Flöte spielt. Keine Frage, mit dem "Varieté Zauberhaft", das in der Stadthalle Station machte, hat das Rheinberger Kulturbüro wieder einen echten Volltreffer gelandet. Heimlicher Star der Show war Moderator und Zauberer Bert Rex. Der Thüringer ist alles andere als ein Dampfplauderer und bevorzugt die zurückhaltende Gangart.

Es brauchte einige Minuten, bis die rund 600 Besucher in der Stadthalle sich an den feingeistigen Humor des Entertainers gewöhnt hatten. Dann aber erwies sich die Liebe auf den zweiten Blick als standfest bis zum Schluss. Das lag neben den lockeren Sprüchen - "Thomas ist ein schöner Name ... für einen Mann" - an den ungeschickt vorgetragenen Zauberkunststücken, die stets auf eine drollige Art misslangen, um dann in einer unerwarteten Pointe ihren magischen Abschluss zu finden. Absolute Körperbeherrschung, gepaart mit Kraft und Technik präsentierte das "Trio Trilogy" aus der Ukraine. Scheinbar mühelos schleuderten die Männer ihre Partnerin Katarina Snitko bis knapp unter die Scheinwerferreihe an der Bühnendecke, um sie nach mehreren Pirouetten und Salti sicher aufzufangen. Falls sich unter den anwesenden Besuchern ein Orthopäde befand, dürften sich diesem bei der Darbietung von Alex Batuev die Nackenhaare aufgerichtet haben. Auf geradezu groteske Weise kroch der Russe durch seine Arme und Beine, um am Ende vollständig in einer Kiste zu verschwinden, die mit einem Medizinball komplett ausgefüllt wäre.

Mit einer Mischung aus Begeisterung und Ungläubigkeit verfolgte das Publikum die Auftritte von Frank Rossi. Der Bauchredner gestaltete mit geschickten Handgriffen eine Serviette zu einem Kaninchen und ließ es singen, während er dabei Flöte spielte. Als später aus einer Socke ein Papagei wurde und dieser mit Kaninchen und Rossi eine hitzige, mehrstimmige Diskussion anzettelte, brandete begeisterter Zwischenapplaus auf.

Der Begriff "variété" stammt aus dem Französischen und steht für Abwechslung oder Vielfalt. Regisseur Udo Püschel hat das bei der Zusammenstellung des Programms wörtlich genommen. Eben noch hat das Publikum herzhaft gelacht, um im nächsten Moment staunend die Vorführung des Einrad-Akrobaten Eric Ivarsson zu verfolgen. Auf seinem 2,50 Meter hohen Arbeitsgerät rast der Schwede nicht nur wie ein Irrwisch im Kreis, sondern jongliert dabei auch noch mit einem Ball und fünf Reifen.

Die Gesetze der Schwerkraft scheinen aufgehoben, als die Ukrainerin Arme und Beine in luftiger Höhe grazil von sich streckt, die Stange in die Armbeuge geklemmt. Messerspitze auf Messerspitze balanciert das Duo Vladimir, Weltrekordhalter in der Hand-auf-Hand-Akrobatik, übereinander. Zum Lachmuskeltest geraten die Superzeitlupen, in denen Bert Rex den Zuschauern zwischendurch seine Tricks erklären will, aber stattdessen mehr Fragen offenlässt. Typisch sein Abschiedsgruß: "Das war der schönste Abend in Ihrem Leben."

Quelle: RP
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