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Rheinberg
Rheinberg zeigt sich als bunte Familie

Rheinberg: Rheinberg zeigt sich als bunte Familie
Beim Fest der Begegnung kamen Rheinberger und Asylbewerber, von denen viele in der Unterkunft am Melkweg wohnen, schnell ins Gespräch. Das war auch das Hauptziel der Veranstaltung. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Mehr als 400 Besucher kamen gestern Nachmittag zum ersten Fest der Begegnung an der Asylunterkunft am Melkwetg. Von Erwin Kohl

Über 400 Rheinberger waren der Einladung des Arbeitskreises Asyl gefolgt und nahmen gestern bis zum frühen Abend am ersten Fest der Begegnung in und um die Flüchtlingsunterkunft am Melkweg teil. Pastoralreferent Werner Koschinski war sichtlich zufrieden mit der Resonanz: "Das ist ein Beleg für die Offenheit und Hilfsbereitschaft, mit denen die Rheinberger den Flüchtlingen begegnen. Das ist gelebte Willkommenskultur."

Neben den vielen Privatpersonen, die als ehrenamtliche Helfer zum Gelingen dieses Festes beitrugen, waren auch zahlreiche Institutionen und Vereinigungen wie die Awo, die Caritas, der DGB oder die Pfadfinder vor Ort. Vor allem jugendliche Asylbewerber haben sich, ob beim Fußballturnier auf dem Bolzplatz oder mit musikalischen Einlagen, eingebracht. Koschinski sieht gerade bei dieser Altersgruppe derzeit noch die größten Probleme: "Die Jugendlichen tun sich sehr schwer mit der Integration, ihnen fehlen die Andockpunkte." Das zu ändern, darum bemüht sich derzeit "Fußballtrainer" Peter Mokros. "Wir bestreiten heute ein Vorbereitungsturnier. Am Mittwoch um 18.30 Uhr haben wir im Rheinberger Stadion unser erstes Spiel gegen die vierte Mannschaft aus Budberg. Wir hoffen auf möglichst viele Zuschauer." Sollte sich sein Team etablieren, hat der Bürgermeisterkandidat auch schon den passenden Namen parat: "Internationale Rheinberg".

Beeindruckt angesichts des harmonischen Miteinanders und vor allem der breiten Unterstützung versprach Bürgermeister Hans-Theo Mennicken spontan Hilfe. "Wir müssen die vielen ehrenamtlichen Helfer mehr unterstützen und das werden wir auch, leere Kassen oder nicht. Notfalls bleiben wir zwei Jahre länger in der Haushaltssicherung." Hilfe erwartet der Verwaltungschef jetzt vom Land. Durch eine Verschiebung des Erfassungs-Stichtages darf die Stadt auf mehrere 100 000 Euro zusätzlich hoffen.

Animiert von der Musik der Amplonius-Rock AG gründeten die Syrer Astraf Molendi und Saflam Ghassem spontan mit drei weiteren Bewohnern eine Band und rissen das Publikum direkt mit. Kaum zu glauben, aber die fünf haben sich erst vor wenigen Tagen in der Rheinberger Unterkunft kennengelernt. "Die Menschen haben direkt unsere Instrumente umlagert. Musik ist eben eine internationale Sprache", erklärt Lehrer Lukas Aster.

Zu den vielen Helfern zählen auch die 50 Tafel-Mitarbeiter. Hier spürt man den Zulauf besonders. "Es kommen immer mehr Menschen zu uns, aber die Spenden bleiben gleich, wir verwalten den Mangel", bedauert Koordinatorin Tanja Braun. Wer helfen möchte, rufe sie bitte an: Telefon: 0171 186 4463.

Quelle: RP
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