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Rheinberg
Rheinberger MAP-Festival ist gesichert

Rheinberg. Lange Zeit war die Finanzierung unsicher. Nach intensiven Gesprächen mit Sponsoren planen die ehrenamtlichen Macher jetzt für die Veranstaltungen im August. Es gibt wieder Artlon-Kunst, Poetry-Slam und Musik am Pulverturm. Von Uwe Plien

Wer in Rheinberg Kulturarbeit macht, braucht einen langen Atem und ein dickes Fell. Vor allem, wenn er oder sie es ehrenamtlich tun. Die Unterstützung ist nämlich nicht immer so, wie man es sich wünscht. Davon kann das MAP-Team ein Lied singen. Seit 15 Jahren liefern die Ehrenamtlichen Jahr für Jahr ein Top-Festival und haben mit der Abkürzung für "Music Art Project" eine Marke geschaffen, die ein Alleinstellungsmerkmal für sich reklamieren kann und weit über die Stadtgrenzen hinaus Anerkennung genießt. Das MAP ist ein Baustein, der die Rheinberger Kulturlandschaft enorm bereichert - ähnlich wie es die Musikalische Gesellschaft (mit Klassik), die Initiative MI-Jazz oder viele Jahre der nun aufgelöste Verein "Kulturbühne" (mit Blues und Nachwuchsförderung) mit ihrer Arbeit tun oder getan haben.

Die höchst erfreuliche Nachricht: Das MAP wird es auch in diesem Jahr geben, das inzwischen 16. Festival findet vom 11. bis zum 15. August in Rheinberg statt. "Für dieses Jahr sieht es inzwischen sehr gut aus", sagt Marco Kutz. "Aber das war auch ein hartes Stück Arbeit. Bis vor Kurzem konnten wir nicht sicher sagen, ob das Festival diesmal stattfinden kann oder nicht. Und wir wissen auch jetzt noch nicht, wie es im nächsten Jahr weitergeht."

Ende 2014 wies das MAP-Team ganz offen auf finanzielle Probleme hin (die RP berichtete). "Wir haben seitdem zahlreiche Gespräche mit Unterstützern und Sponsoren geführt", so Philipp Rott, 1. Vorsitzender des MAP-Vereins. "Die Gespräche mit der Sparkasse haben letztendlich dazu geführt, dass wir jetzt sagen können: Es geht weiter." Denn nicht nur die Kulturstiftung der Sparkasse Rheinberg, sondern auch die Sparkasse am Niederrhein investieren in die Musik- und Kunstveranstaltung. Weitere Sponsoren wie die Aaldering-Unternehmensgruppe (sie stellt den Artlon-Künstlern Appartments im Kamper Hof zur Verfügung) oder die Firma Aumund (sie überlässt dem MAP wieder das "Studio Artlon", also das alte van-Gember-Speicherhaus ) stehen auf der Seite der Festivalmacher.

Die Stadt Rheinberg unterstützt das MAP nicht mehr aktiv, garantiert jedoch eine Ausfallbürgschaft über den Kulturfonds, was unter dem Strich auf das Gleiche hinausläuft.

"Unser Ziel ist es, auf mittlere Sicht ganz unabhängig agieren zu können", sagt MAP-Macher Manuel Kutz. "Wir machen das Festival seit 15 Jahren komplett ehrenamtlich - und zwar sehr gerne und mit viel Spaß. Wir wollen Kulturarbeit in Rheinberg für Rheinberger anbieten und deshalb ist es uns wichtig, das Festival eintrittsfrei anbieten zu können." Das MAP-Team spielt stets mit offenen Karten. Auch, wie Manuel Kutz betont, "weil viele die Hintergründe nicht kennen". Der Gesamtetat des Festivals beläuft sich auf rund 30 000 Euro. Das hört sich zunächst viel an, ist aber ein Klacks in Relation zum infrastrukturellen Aufwand und nur kalkulierbar, weil alle Beteiligten ehrenamtlich mitarbeiten und die Künstler sowie die Bands für höchst bescheidene Gagen kommen. 500 Euro sei das höchste der Gefühle, mehr Gage werde nicht bezahlt, so Marco Kutz.

Der Ablauf des MAP-Festivals wird 2015 nahezu unverändert bleiben: Poetry-Slam und Kunst im "Artlon" (es wird diesmal "Miami Artlon" heißen) sowie jede Menge Live-Musik am Pulverturm mit dem Konzert der "Zauberlehrlinge" als Krönung sollen die Fans anlocken.

Neu ist in diesem Jahr der MAP-Budenzauber: Am Samstag, 9. Mai, wird es im "Artlon" am Kattewall-Parkplatz einen zusätzlichen Poetry-Slam-Abend mit Patrick Salmen & Quichotte als "Der Schreiner & Der Dachdecker" geben. Das Stadtfest Mitte Juni nutzen die MAP-Leute dazu, im "Artlon" den Verein zu präsentieren und dabei die Geschichte des Festivals nachzuzeichnen. "Das Gebäude ist ein kleines feines Kulturzentrum, das zeitweilig mitten in der Stadt öffnet. Genau so etwas fehlt in Rheinberg", findet Manuel Kutz.

Quelle: RP
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