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Rheinberg
Rheinberger sind die Energiesparmeister im Land

Rheinberg. Seit dem Jahr 2003 vergibt das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW die Auszeichnung "Energiesparer NRW". Die Plaketten gehen an Eigentümer effizienter Neubauten, energetisch beispielhaft sanierter Altbauten sowie Immobilien, die erneuerbare Energien nutzen. In Rheinberg haben inzwischen über 310 Hausbesitzer diese Auszeichnung erhalten. Damit liegen sie landesweit an der Spitze, noch vor den großen Metropolen im Rheinland und dem Ruhrgebiet. Von Erwin Kohl

Das bestätigte auch Staatssekretär Peter Knitsch, der gestern in der Begegnungsstätte Reichelsiedlung die Preise übergab: "Von den 2100 Plaketten, die wir in den vergangenen 13 Jahren vergeben haben, ging jede siebte nach Rheinberg und das, obwohl sie erst seit 2006 teilnehmen. Ihre Stadt ist ohne Übertreibung ein Leuchtturm und ein Vorbild im Land."

Knitsch gab an, dass mit verbesserten Rahmenbedingungen weitere Anreize geschaffen werden sollen. Sein Argument: Strom, der vor Ort produziert wird, muss nicht transportiert werden. Dafür will man von Seiten der Landesregierung überflüssige Bürokratie abschaffen. Etwa die Regelung, dass Besitzer von Photovoltaik-Anlagen als Kleinunternehmer gelten. "Der Verkauf von Strom darf nicht länger gewerbesteuerlich infiziert sein, das wollen wir über eine Gesetzesinitiative im Bundesrat erreichen", erklärte der Staatssekretär. Bürgermeister Frank Tatzel freute sich, dass zum achten Mal "vorbildliche Akteure aus Rheinberg dafür ausgezeichnet werden, dass sie sich um den Klimaschutz verdient machen". Er betonte, dass sich auch die Stadt ihrer Verantwortung stellt. So läuft noch bis zum Sommer die Heizungssanierung der Grundschule Millingen, die zu einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes bei der Wärmeerzeugung um 80 Prozent führen soll. Zudem wird im Laufe des Jahres die Beleuchtung des Dienstleistungsbetriebes auf LED umgestellt. Jens Harnack, Leiter der Stabsstelle Nachhaltigkeit, kündigte eine Broschüre an, die Informationen zu Passivhäusern, der energetischen Sanierung von Altbauten und dem "Drei-Liter-Haus" inklusive eines Adressverzeichnisses von Handwerkern und Planern enthalten soll.

Werner Kretschmer kann darüber nur lächeln, sein "Drei-Liter-Haus", für das er jetzt mit einer Plakette ausgezeichnet wurde, hat der Budberger schon 1978 gebaut. Die richtige Dämmung und eine Grundwasserwärmepumpe machten den Niedrigverbrauch schon vor fast 40 Jahren möglich und Anreize gab es ebenfalls: "Für die richtige Dämmung gab es damals schon 6000 DM pro Wohneinheit, das wusste nur kaum jemand", sagt Kretschmer.

Da staunte selbst Staatssekretär Peter Knitsch: "Damals war doch von Energiesparen beim Hausbau noch gar nicht die Rede." Die Begeisterung für die Technik und die Aussicht auf Kostenersparnis haben Monika und Ulrich Wiebecker motiviert, sich eine Photovoltaik-Anlage aufs Dach zu setzen. Die klimafreundliche Stromgewinnung mit Einspareffekt ist den Budbergern längst in Fleisch und Blut übergegangen. "Wir achten zum Beispiel darauf, dass wir die Waschmaschine einschalten, wenn die Sonne scheint. Dann kostet es nichts", freut sich Ulrich Wiebecker.

Quelle: RP
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