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Rheinberg
Roland Donner verwandelt sich in Erika

Rheinberg. Mit hautengen Leopardenleggins und "echten Parada-Pumps" aus dem Türkeiurlaub.

Nichts macht Roland Donner lieber, als in die Rolle von Außenseitern und Absteigern zu schlüpfen. Seine Paraderolle ist eine doppelte. Der 49-jährige Dinslakener verwandelt sich in die blondierte Edeka-Kassierin Erika. Sie legt sich hautenge Leopardenleggins an und steigt in "echte Parada-Pumps", die sie bei ihrem letzten Türkeiurlaub gekauft hat, um ihren Exfreund Olaf Overbiss zurückzugewinnen, der seine prollige Ader offen zeigt. Die Zuschauer können sich kaum noch vor Lachen halten, so wie am Samstagabend. Da gastierte er mit Stefan Büscherfeld, mit dem er das Duo BASF bildet, im Budberger Bürgerhaus.

Dabei stimmt zwischen beiden die Chemie. So lösen Sie den Namen BASF auch nicht als Badische Anilin- und Sodafabrik auf, sondern in "bissig, aber sonst friedlich". Allerdings sind die Sprüche nicht immer friedlich, die Roland Donner im aktuellen Programm "Einschlafen können Sie zuhause" loslässt. Als Boxtrainer Wolli empfiehlt er seinem Schüler, in dessen Unternehmen Härte zu zeigen und immer fest zuzuschlagen. Als Unternehmensberater Roland Ärger gibt er den Tipp, Mitarbeiter über die Klinge springen zu lassen. Oder als Zahnarzt wirbt er dafür, über die Privatpatienten Geld zu verdienen. Dazu holte er am Samstagabend seinen "Zahnarztkollegen" Dr. Peter Houcken, den Vorsitzenden des Bürgerhauses Budberg, auf die Bühne, um an ihm ein neues Zahnbohrgerät auszuprobieren, wobei er die Bohrgeräusche mit seiner Stimme originalgetreu nachmachte, was einer der Höhepunkte des Abends war.

Doch Roland Donner schlüpft nicht nur in die Rollen derer, die Unfrieden stiften, sondern auch in die, die bissige Charaktere sind. So spielt er den Ingenieur, der arbeitslos geworden ist, dann die Familie verloren hat und jetzt dem Alkohol verfallen ist, um akademisch über alles zu stänkern. Er nimmt die Rolle des Hausmeister Wolfram Bierschaum an, der als Mütterchen makabre Geschichten erzählt. Oder er verwandet sich in den Literaturkritiker Marcel Weiß-Garnitzki, der wie einst Marcel Reich-Ranicki Bücher zerreißt oder in den Himmel lobt. Während sich der Verwandlungskünstler umzieht, spielt Stefan Büscherfeld Klavier. Zum Teil unterlegt er Ohrwürmer mit feinsinnigen Texten, etwa "Sexbomb" von Tom Jones oder "Light my Fire" von den Doors. Oder er stellt Eigenkompositionen vor, wie den Friedenssong. "Unser Programm ist musikalisches Comedy-Kabarett", ordnet der 50-jährige Moerser die 40 Auftritte ein, die er mit Büscherfeld am Niederrhein hat. Wie die Lacher während des Programms und der Applaus am Ende zeigten, kam diese Mischung bei den 80 Zuschauern an.

Am 24. April, 18 Uhr, singt im Bürgerhaus der Eufonia-Chor, der sich selbst "als zarteste Versuchung, seit es Männerchöre gibt" sieht. Karten: Budberger Blümchen oder Abendkasse.

(got)
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