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Rheinberg
Routine ist der Feind der Sicherheit

Rheinberg: Routine ist der Feind der Sicherheit
Spielerisches Training: Beim Kistenklettern zeigte Sven Heller von der Werksfeuerwehr den richtigen Umgang mit dem Sicherungsgeschirr. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Der "Safety Day" soll Mitarbeiter bei der Solvay für Sicherheit am Arbeitsplatz sensibilisieren. Auch um das Thema Gesundheit ging es. Von Erwin Kohl

So mancher Autofahrer blickte verwundert auf die großen aufgeblasenen Türme hinter dem Solvay-Werkstor. Als dann noch Werksmitarbeiter im Blaumann Getränkekästen hochkletterten, war die Verwirrung komplett. Was wie eine Attraktion für ein Werksfest aussah, war tatsächlich Teil des jährlich stattfindenden "Safety Day", bei dem alle Mitarbeiter im Industriepark Solvay für das wichtige Thema Sicherheit sensibilisiert werden sollen.

Beim "Kistenklettern" beispielsweise soll der richtige Umgang mit dem Sicherheitsgeschirr vermittelt werden. "Die Kollegen erkennen schnell, dass das Anlegen der Gurte kein Hexenwerk ist. Wir wünschen uns auch, dass jeder die Augen offen hält und seine Kollegen auf die Höhensicherung aufmerksam macht", sagt Markus Terheiden.

Am "Safety Day" darf jeder Mitarbeiter während seiner Arbeitszeit an den Trainings teilnehmen. Der Erfolg gibt dem Unternehmen Recht. Seit mittlerweile 586 Tagen hat es keinen Arbeitsunfall mehr gegeben. "Bei uns gilt der Grundsatz: Sicherheit vor Produktion. Denn die kann man im Notfall nachholen", erläutert Pressesprecherin Julia von Lehmden.

Mit Hilfe von ferngesteuerten Modellen macht Alexander Blasczak Staplerfahrer auf mögliche Gefahren aufmerksam. "Selbstverständlich können die Fahrer alle mit dem Stapler umgehen und beherrschen ihn. Aber gerade diese Routine in Verbindung mit Zeitdruck produziert Fehler", berichtet der Vertreter der Berufsgenossenschaft RCI und zeigt am Modell ein typisches Beispiel: "Die Gabel mit der Last sollte während der Fahrt immer unten sein, um einen niedrigen Schwerpunkt zu haben. Ansonsten kann der Stapler umkippen." Was am Modell auf der Rampe keinen Schaden verursacht hat, kann beim drei Tonnen schweren Original hingegen böse Folgen haben.

Neben der Vermeidung von Arbeitsunfällen stand an diesem Tag der Sicherheit auch die Gesundheit der Angestellten im Fokus. Marco Meyer machte dabei die Erfahrung, dass männliche Mitarbeiter keinen gesteigerten Wert auf geschmeidige Hände legen. Der Hautschutzberater maß den Fettgehalt der Haut und verteilte Cremes. Julia von Lehmden kennt das Problem: "Wir arbeiten hier beispielsweise mit Kalk, der dem Körper Fett entzieht. Das kann zur Rissbildung vor allem an den Händen führen. Die Creme hilft. Aber bei den Männern bedarf es da häufig der Überzeugungsarbeit." Die war am Stand des Betriebsrates weniger erforderlich. Denn der verteilte Grillwürstchen an die Kollegen.

Volksleiden Nummer eins sind Rückenschmerzen. Bei AOK-Mitarbeiter Matthias Czarny konnten die Teilnehmer die Kraftleistungsfähigkeit ihrer Rumpfmuskulatur messen lassen. "Damit können wir muskuläre Disbalancen erkennen, die ein Risiko für Fehlhaltungen sind und infolge dessen zu Rückenbeschwerden führen können", sagte Czarny und empfahl, spezielle Übungen, die dem entgegenwirken können. Seine Kollegin Claudia Wittkamp gab Tipps gegen Verspannungen am Schreibtisch: "Einfach zwischendurch mal ein paar Schritte über den Flur gehen oder eine kleine Gymnastikübung einlegen."

Quelle: RP
 
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