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Rheinberg
Salzbergbau-Opfer formieren sich

Rheinberg. Initiative lädt für morgen zum Info-Abend im Gasthof "Zur Post" in Borth. Von Bernfried Paus

Die Bürgerinitiative für Geschädigte des Salzbergbaus, die sich zu Beginn des Jahres zum Verein zusammengeschlossen hat, möchte Fahrt aufnehmen. Der Verein unter dem Vorsitz von Wilhelm Fischer (Perrich) hat für morgen, Donnerstag, 21. April, zu einem Informationsabend in die Gaststätte Zur Post in Borth eingeladen. Das Treffen beginnt um 19.30 Uhr.

Die Streiter für die Interessen der Opfer des Salzbergbaus in Rheinberg, Alpen und Xanten sowie im linksrheinischen Teil der Stadt Wesel haben sich auf die Fahnen geschrieben eine Schiedsstelle durchzusetzen - wie es sie im Steinkohlebergbau schon lange gibt. An die sollen sich Betroffene wenden können, um nicht allein darauf angewiesen zu sein, ihre Belange gegen einen übermächtigen Gegner auf langwierigen und in der Regel für den einzelnen höchst kostspieligen Rechtswegen geltend machen zu müssen.

Politisch erhält die Initiative zunehmend Rückenwind. Doch die Cavity GmbH Rheinberg, die für Schäden als Folge des Salzbergbaus (früher Solvay, heute die Kali+Salz-Tochter Esco) zuständig ist, zeigt wenig Neigung, in die gewünschte Richtung zu marschieren.

Eine Kernforderung der Bürgerinitiative ist die Anlage von Regenwassersammelbecken als vorbeugende Maßnahme, um das Vollaufen sogenannter Senkungsrichter und die Überflutung ganzer Siedlungen im Abbaugebiet bei Starkregen zu verhindern. Die Gefahr über Tage durch Erdabsenkungen könne auch erst langfristig auftreten, warnt Hermann Norff, Sprecher der Initiative: "Der Berg kommt erst nach bis zu 200 Jahren zur Ruhe." Norff und seine Mitstreiter fordern die Kommunen im Abbaugebiet als Eigentümer der Abwasserkanäle in den Senkungsgebieten auf, mit der Cavity "vernünftige technische Lösungen" auf den Weg zu bringen - "einen Entlastungskanal mit Regenwassersammelbecken und einer Pumpstation zum Rhein".

Norff verweist auf gute Erfahrungen in den Braunkohlerevieren im Bereich des Erft-Verbandes, wo es 388 Regenbecken mit einem Gesamtvolumen von 613.000 Kubikmetern gebe, die ein Überfluten von Ortschaften, Äckern und Waldflächen verhindern sollen. "Auch jeder vom Salzbergbau betroffen Ort sollte Entlastungskanäle mit Regensammlern erhalten", so Norff.

SPD-Landtagsabgeordneter René Schneider, Mitglied im Unterausschuss Bergbausicherheit, unterstützt die Forderung nach einer Schiedsstelle. "Die ist Gold wert", sagte Schneider jüngst bei den Genossen in Alpen. Die Solvay stehe in der Verantwortung. Er begrüße, dass die Bürgerinitiative den Druck erhöhe auf die Cavity, die als "100-prozentige Tochter die Badbank der Solvay" gebe.

Quelle: RP
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