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Rheinberg
Scheid: Irritiert über Rheinberger Politik

Rheinberg: Scheid: Irritiert über Rheinberger Politik
Wo jetzt Fahrradunterstand, Bäume und Tischtennisplatten stehen, soll bald das Awo-Verwaltungsgebäude gebaut werden. Das kleine Foto zeigt Bernd Scheid, Geschäftsführer des Awo-Kreisverbands Wesel. FOTO: Armin Fischer, Klaus Dieker (Archiv)
Rheinberg. Der Geschäftsführer des Awo-Kreisverbands wundert sich, dass der geplante Verwaltungsbau so heftig kritisiert wird. Von Uwe Plien

Bernd Scheid, Geschäftsführer des Awo-Kreisverbands, versteht die Welt nicht mehr. "Es war alles klar. Seit mehr als drei Jahren reden wir von einem neuen Verwaltungsgebäude in Rheinberg. Jetzt haben wir die Verträge unterschrieben und plötzlich bricht diese Diskussion los." Eigentlich habe er sich öffentlich nicht zu den Planungen äußern wollen. Gestern hat er doch gesprochen. Scheid: "Es ist Sache der Rheinberger Politiker, etwas zu sagen. Aber sie sagen ja nichts."

2011 zog ein Teil der Awo-Kreisverwaltung von Moers nach Rheinberg. 31 Mitarbeiter sitzen seither in der Sparkasse an der Bahnhofstraße. Scheid: "Wir sind hier gut aufgenommen worden, aber schnell war klar, dass wir neu bauen müssen, weil wir Platz für 40 Kollegen brauchen." Auch wegen der zentralen Lage im Kreisgebiet wollte der Verband in Rheinberg bleiben.

FOTO: Dieker, Klaus (kdi)

Mehrere Grundstücke wurden ab 2012 geprüft. Im Spätsommer 2013 habe die Stadt dann ein konkretes Angebot für den Standort Alte Rheinstraße/Ecke Ritterstraße unterbreitet. Der Geschäftsführer: "Wir haben in Gespräche mit der Verwaltung unsere Vorstellungen skizziert: dass wir zunächst einen Teil des Grundstücks kaufen wollen, um darauf den Neubau errichten zu können. Zudem haben wir eine Kaufoption für die Schule." Die soll abgerissen werden, wenn die Europaschule die Räume an der Kurfürstenstraße nicht mehr benötigt. Die Awo möchte dort 20 bis 25 altengerechte Wohnungen bauen und diese vermieten. Scheid wies daraufhin, dass die Awo von dieser Kaufoption zurücktreten kann, wenn die Schule (die weiterhin Eigentum der Stadt bleibt) nicht spätestens in fünf Jahren zur Verfügung steht. Wie das geplante Verwaltungsgebäude genau aussehen wird, lasse sich noch nicht sagen: "Bisher gibt es nur Entwürfe. Unser Plan ist es, im Januar einen Bauantrag einzureichen. Und dann können wir hoffentlich im Laufe des Jahres beginnen." Neben den Büros für die Verwaltungsmitarbeiter soll in Abstimmung mit der Stadt eine Seniorenbegegnungsstätte als Ersatz für den bisherigen (bereits geschlossenen) Altentreff an der Gelderstraße in dem Gebäude untergebracht werden. Wie Scheid und seine Kollegin Christa Kirchhoff (Referatsleiterin Finanzen und Personal) sagten, sollen auch der Betriebsrat, der Betreuungsverein (derzeit an der Gelderstraße) und die Beratungsstelle für Paare und Familien (derzeit in der Begegungsstätte Reichelsiedlung) in dem neuen Gebäude Platz finden. Für den ersten Bauabschnitt kalkuliert die Awo etwa 3,4 Millionen Euro.

Acht Monate lang sei der Kaufvertrag mit der Stadt vorbereitet worden, so Scheid - Grund genug für ihn zu glauben, dass alle Unklarheiten beseitigt seien. "Dann lese ich nach dem Bauausschuss Ende September in der Presse, dass unser Vorhaben von den Fraktionen heftig kritisiert wird. Daraufhin habe ich Bürgermeister Mennicken am 8. Oktober in einem Gespräch gesagt, dass wir nicht gegen den Willen des Rates bauen werden. Ich habe angeboten, zurückzuziehen. Vier Tage später gab es ein Gespräch, an dem CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke und der fraktionslose Ulrich Hecker teilgenommen haben. Alle haben versichert, dass sie voll hinter unseren Plänen stehen."

Was die bauliche Ausführung angehe, so werde man die baurechtlichen Vorgaben einhalten. Es werde ein funktionales Gebäude entstehen, "nichts Klassizistisches und kein Dinseyland", so Scheid. In der Frage der Stellplätzte verlasse er sich auf die Stadt, die sage: Es ist alles geregelt. Die Stadt habe die Fläche an der Montessori-Schule seinerzeit öffentlich ausgeschrieben. Es habe mehrere Interessenten gegeben, allerdings habe nur die Awo ein Kaufangebot eingereicht. Am 19. Oktober, am vorletzten Arbeitstag von Bürgermeister Mennicken, sei dann der Vertrag bei Notar Oliver Herlitz unterzeichnet worden.

Quelle: RP
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