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Alpen
Schnelles Internet für Alpen: Rat stimmt Vereinbarung zu

Alpen. 14 Millionen Euro will das Unternehmen Deutsche Glasfaser in der Gemeinde investieren - wenn genug Kunden zusammenkommen. Von Erwin Kohl

Wer heutzutage Gewerbeflächen vermarkten, Immobilien veräußern oder die Stadtentwicklung vorantreiben möchte, kommt an einer schnellen Internetverbindung nicht vorbei. Der Zugang auf die linke Spur der Datenautobahn gehört längst zu den Mindestanforderungen an die Infrastruktur einer Kommune. Das hat auch die Gemeinde Alpen erkannt und mit der Firma Deutsche Glasfaser Netz Entwicklung GmbH Gespräche über die Planung und den Bau eines möglichst flächendeckenden Breitbandnetzes geführt. Im Rahmen der Ratssitzung referierte Marco Westenberg, Regionalmanager des Unternehmens, über die Ausbaupläne und stellte sich den Fragen der Ratsmitglieder.

Die zeigten sich zunächst von den reinen Fakten beeindruckt. Mindestens 95 Prozent aller Alpener Haushalte sollen angeschlossen werden, jeder einzelne davon eine eigene Glasfaserleitung mit einem möglichen Datendurchsatz von einem Gigabit in der Sekunde erhalten und das in beide Richtungen. "Bei der Telekom beispielsweise ist die Upload-Geschwindigkeit wesentlich geringer. Das macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn sie große Datenmengen verschicken möchten", erklärt Westenberg, der darauf aufmerksam machte, dass die Fernsehbilder der Zukunft ebenfalls aus der Datenleitung kommen werden: "Für den neuen Ultra-HD Standard benötigen sie mindestens 80 MB in der Sekunde, das geben herkömmliche Leitungen nicht her."

Insgesamt 14 Millionen Euro möchte das Unternehmen in Alpen investieren, 1700 Euro für jeden einzelnen Anschluss. Auf die Gemeinde kommen keinerlei Kosten zu und auch die Alpener Bürger müssen nicht allzu tief in die Tasche greifen, um endlich auf die Überholspur des Internets zu gelangen. "Es wird eine einmalige Bereitstellungsgebühr von 50 Euro fällig, dazu 34.95 Euro in den ersten 24 Monaten. Danach steht es dem Kunden frei, einen anderen Anbieter zu wählen oder bei uns zu bleiben", so Westenberg.

Auch beim Ausbau des Netzes drückt die Deutsche Glasfaser aufs Tempo. In den kommenden vier Monaten sollen Firmenvertreter von Haus zu Haus gehen, das Bürgerinteresse abfragen. Mindestens 40 Prozent der Alpener müssen zustimmen. "Dann wird innerhalb von sechs Wochen mit dem Bau begonnen, nach drei Monaten ist das Netz fertig", verspricht der Regionalmanager. Diskussionsbedarf gab es hinsichtlich der Verlegung der Glasfaserkabel im Mikrotrenchingverfahren, bei dem die Leitungen lediglich in einer Tiefe von 30 Zentimetern eingebracht werden.

"Was passiert, wenn wir eine Fahrbahn sanieren oder andere Baumaßnahmen durchführen müssen, wer haftet bei einer Beschädigung?", wollte Bürgermeister Thomas Ahls wissen. "Wenn ein Kabel im Weg liegt, müssen wir das weglegen und die Kosten dafür tragen", versprach Westenberg.

"Das bedeutet, dass wir sie vor jeder geplanten Baumaßnahme kontaktieren müssen. Aber wenn das die Zukunft ist, können wir damit leben", signalisierte Günter Helbig (CDU) ebenso wie sein Gegenüber Jörg Banemann (SPD) Bereitschaft, während Peter Nienhaus (Grüne) sich eine tiefere Verlegung der Leitungen wünschte: "Fachverbände haben bei diesem Verfahren große Bedenken und fürchten technische Probleme."

Die anschließende Abstimmung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Thomas Ahls zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: "Die Vereinbarung mit der Deutsche Glasfaser Netz Entwicklung GmbH wird unterschrieben. Wenn es kleinere Probleme geben sollte, nehmen wir die für ein schnelles Internet in Kauf."

Quelle: RP
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