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Alpen
Schrittmacher fürs schnelle Datennetz

Alpen. Die Interessengemeinschaft Glasfaser, ein privater Zusammenschluss von professionellen Internetnutzern, will durch Aufklärungsarbeit erreichen, dass die Gemeinde "ihre historische Chance" nutzt, ans "Gigabit-Zeitalter" anzudocken. Von Bernfried Paus

Der Countdown läuft. Noch elf Tage, dann entscheidet sich, welchen Weg Alpen in die digitale Zukunft einschlägt. Die Deutsche Glasfaser hat den 31. Oktober zum Stichtag erklärt. Bis dahin sollen mindestens 40 Prozent der Hausherren oder -frauen verbindlich erklärt haben, dass sie im Höchsttempo auf der Datenautobahn unterwegs sein wollen. Eine hohe Hürde. Bislang sind's gerade mal 15 Prozent, Stand gestern. Doch es herrscht Zuversicht, dass der Ort auf der Zielgeraden noch ordentlich Fahrt aufnimmt und am Ende den Sprung schafft. Die "Interessengemeinschaft Glasfaser für Alpen", ein privater Zusammenschluss von professionellen Internetnutzern, ist seit Wochen in der Gemeinde als Schrittmacher unterwegs, um Informationslücken zu schließen. Die hat IG-Sprecher Karl (Carlo) Hofmann, Nachrichten-Ingenieur, nämlich als Hauptgrund für die bisherige Zurückhaltung ausgemacht.

Zusammen mit seinen Mitstreitern Alexander Kröll aus Bönninghardt und Karsten Scholz aus Menzelen geht er in Alpen von Tür zu Tür, damit der Ort "die historische Chance" nicht verpasst, die Zukunftstechnologie Glasfaser bis in jedes Haus gelegt zu bekommen. "Nur darum geht es", sagt Hofmann, "nicht darum, einen bestimmten Anbieter zu unterstützen." Aber die Deutsche Glasfaser sei nun mal der Anbieter, der in absehbarer Zeit alle Ortsteile der Gemeinde, auch ihre abgelegeneren Bereiche, mit der Hochleistungsfaser versorgen möchte, die eine zufriedenstellende Kapazität in beide Richtungen garantiere.

Die Interessengemeinschaft ist davon überzeugt, dass es bis zum Stichtag 31. Oktober gelingen kann und wird, das Soll zu erfüllen. "Die Erfahrungen zeigen, dass ähnlich ländlich strukturierte Gemeinden bei der Bedarfsabfrage auch erst gegen Ende den Durchbruch geschafft haben", so Hofmann.

Dafür benennt er mit Sonsbecks Bürgermeister Heiko Schmidt einen namhaften Zeugen. Auch die Nachbarkommune habe sich lange im Schneckentempo auf den Anschluss an die Datenautobahn zubewegt, habe aber inzwischen die 30-Prozent-Marke deutlich hinter sich gelassen. Und niemand zweifelt mehr, dass Sonsbeck die Hürde nimmt. Auch Alpens Bürgermeister Thomas Ahls hat ein hohes Interesse daran, "die beste Infrastruktur für Alpen" zu erreichen. Im Kreis Wesel will er es den Bürgermeistern Mike Rexforth in Schermbeck und Dirk Buschmann in Hünxe gleichtun.

Die Interessengemeinschaft Glasfaser geht inzwischen gezielt auf Multiplikatoren zu, vor allem auf Vereine, "um das notwendige Wissen an möglichst viele Alpener zu bringen", sagt Carlo Hofmann. Er sieht die Glasfasertechnologie vor Ort spürbar im Aufwind. Die Resonanz beim Infostand auf dem Adenauerplatz war so groß, dass sich die Schrittmacher am Samstag, 22. Oktober, 10 bis 13 Uhr, erneut hier aufstellen, um Vorbehalte zu zerstreuen.

Höhepunkt der Glasfaser-Offensive von unten soll am Freitag, 28. Oktober, eine Talkrunde in der Burgschänke sein. Hier sollen ab 19 Uhr Befürworter und Gegner, Alte und Junge sowie neutrale Technik-Experten - Netzbetreiber sind nicht eingeladen - zu Wort kommen.

Quelle: RP
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