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Rheinberg
Schützen renovieren die Kapelle Strommoers

Rheinberg: Schützen renovieren die Kapelle Strommoers
Die denkmalgeschützte Kapelle Strommoers steht auf Moerser Stadtgebiet, gehört aber zur Rheinberger Kirchengemeinde St. Peter. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Die Winterswicker St.-Marien-Bruderschaft ist auf Spenden angewiesen. Die Wände haben Risse, ein Balken ist durchgefault. Von Uwe Plien

Den Balken über dem Eingang zur Kapelle Strommoers muss man gesehen haben. "Der ist komplett durchgefault, da sitzt der Holzbock drin", sagt Ludger Fröhling, seit 1994 Brudermeister der Winterswicker St.-Marien-Schützenbruderschaft. Das kaputte Holz ist nur ein Beleg für den Zustand des kleinen, versteckt liegenden Gebäudes, das 1256 erstmals urkundlich wurde: Die Kapelle muss dringend renoviert werden.

"Wir machen uns jetzt an die Arbeit", sagt Ludger Fröhling. Der 65-jährige Brudermeister erinnert sich an seine Kindheit: "Damals sind wir hier noch regelmäßig zur Messe gegangen." Später fiel die Kapelle, die an der Rheinberger Straße gleich neben der Diskothek Aratta liegt, in einen langen Dornröschenschlaf.

Brudermeister Ludger Fröhling zeigt auf den komplett durchgefaulten Holzbalken. FOTO: Fischer Armin

Als sich die Marien-Schützen 1990 daran machten, das auf Moerser Stadtgebiet liegende Kirchlein herzurichten, war es arg heruntergekommen. "Es war so zugewachsen, dass es kaum noch zu erkennen war", erzählt Edmund Schäfer, der als Oberst dem Vorstand der Bruderschaft angehört.

Drei Jahre dauerte es damals, dann wurde die Kapelle offiziell eingeweiht. Seither nutzen die Schützen sie für Messen, Rosenkranz-, Kreuzweg-, und Maiandachten. Mitglieder der Bruderschaft können in dem Kleinod heiraten oder Kinder taufen lassen. Jetzt müssen die Marien-Schützen wieder ran. Risse in den Wänden müssen verputzt, die Elektroanlage nachgebessert werden. Die Sitzbänke für rund 50 Besucher wurden ausgebaut und eingelagert. Auch sie haben eine Frischzellenkur nötig. Auf der kleinen Empore über der Tür fehlt das Harmonium. Edmund Schäfer: "Da suchen wir noch jemanden, der das Instrument überholt." Später wird die Kapelle neu gestrichen.

"Zum Glück", sagt Ludger Fröhling, "ist die Statik in Ordnung und der Dachstuhl auch. Der ist bei der ersten Renovierung komplett neu gemacht worden." Auch die mit schmiedeeisernen Gittern geschützten Fenster - besonders alt und wertvoll ist das über dem Altar - sind noch in Ordnung.

Bis Mitte Januar sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann haben die Schützen ihre Jahreshauptversammlung, und in dem Zusammenhang soll es wieder eine Messe in der Kapelle Strommoers geben. Edmund Schäfer: "Gerne würden wir auch unsere Marienfigur überarbeiten lassen. Aber da müssen wir erst mal die Finanzierung klären." Die Figur ist außen zwischen Eingangsportal und dem kleinen Glockentürmchen angebracht.

Rund 250 Mitglieder hat die Marien-Bruderschaft. Ludger Fröhling ist als Brudermeister stolz darauf, dass er sich auf seine Jungs verlassen kann. "Einen Großteil der Renovierung erledigen wir in Eigenleistung", sagt er. "Wenn Leute gebraucht werden, reicht ein Rundruf, dann sind immer genügend Helfer da. Das ist wirklich klasse."

Die Kapelle Strommoers ist neben der Schlosskapelle in Ossenberg und der St.-Anna-Kapelle auf dem Friedhof ein weiteres Beispiel dafür, wie historische Gebäude dank bürgerschaftlichen Engagements erhalten werden können.

Überaus dankbar sind die Winterswicker St.-Marien-Schützen für jede Spende. "Wir finanzieren die Renovierung komplett selbst", so Ludger Fröhling. Wer helfen möchten: Telefon 02843 3632.

Quelle: RP
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