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Rheinberg
Schulpolitischer Gipfel vor Ferienbeginn

Rheinberg. Gespräch mit Bezirksregierung und Ministerium über Kooperation Europaschule mit Sekundarschule Von Bernfried Paus

Spätestens wenn die Zeugnisse ausgeteilt sind und die Schüler in die Sommerferien entlassen werden, wird es schulpolitisch noch mal ernst. Am vorletzten oder letzten Schultag des zu Ende gehenden Halbjahres kommt es zum lange angefragten Treffen der Schulträger Stadt Rheinberg und Gemeinde Alpen mit Bezirksregierung und Schulministerium. Bürgermeister Frank Tatzel nannte gestern im Schulausschuss Dienstag, 7., oder Mittwoch, 8. Juli, als alternative Termine für das besonders für die Sekundarschule Alpen bedeutsame Gipfeltreffen.

Hintergrund sind bekanntlich die niedrigen Anmeldezahlen für die Sekundarschule. 54 Schüler fürs neue 5. Schuljahr lassen schwerlich eine Dreizügigkeit zu. Setzt sich diese Tendenz fort, gerät der Schulstandort in Gefahr. In der Folge denken die Verantwortlichen in Alpen daran, die Kooperation mit der Gemeinschaftsschule Rheinberg zu intensivieren, um die weiterführende Schule vor Ort zu zementieren.

Da die existenziellen Nöte in der Nachbarschaft verortet werden, herrschte im Stadthaus gestern relative Gelassenheit. Hier hat man Signale aus Düsseldorf ausgemacht, dass der Sekundaschule Luft zum Atmen bleiben soll. Das will Bürgermeister Tatzel in bisherigen Kontakten "zwischen den Zeilen" herausgehört haben. Ausschussvorsitzender Dietmar Heyde (Grüne) deutete an, dass 60 Anmeldungen als ausreichend gelten könnten für den Bestand der Sekundarschule.

Die Rheinberger Schulpolitiker machten noch einmal deutlich, dass ihnen vornehmlich der langfristige Erhalt der pädagogischen Vorteile des Modellversuchs Gemeinschaftsschule am Herzen liegt. Da Alpen möglichst lange die Eigenständigkeit des eigenen Schulstandortes sichern möchte, sah man hier eine Schnittmenge der Interessen.

Unterschiedlich fiel die Wertung des Übergangs Rheinberger Grundschüler auf die beiden weiterführenden Schulen der Stadt aus. Während die SPD in der niedrigen Abwanderungsquote (knapp 10 Prozent) an Schulen der Nachbarn (13 nach Alpen) als Bestätigung für die Europaschule betrachtet, zweifelt die CDU an der Qualität des dortigen Unterbaus für eine später funktionierende gymnasiale Oberstufe. Prompt wurden die rhetorischen Messer gewetzt und die Plätze in den schulpolitischen Gräben eingenommen: hier die Verteidiger gymnasialer Bildung, da die Apologeten des längeren gemeinsamen Lernens. Weiter führte der immer wieder gern geführte Streit nicht.

Quelle: RP
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