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Rheinberg
"Schwatte Wägg" besteht 30 Jahre

Rheinberg: "Schwatte Wägg" besteht 30 Jahre
Jürgen Trawitzki (2.v.r.) war der erste Pumpenmeister der Nachbarschaft "Schwatte Wägg", Thomas Zabel (2.v.r.) ist der jetzige und Karlheinz Kamps (4.v.l.) war die Nummer zwei. Mit dabei (v.l.) Maria Niewerth, Alterspräsident Kurt Kamps (95), Alois Kevelaer, Alexandra Zabel und Marlene Trawitzki. FOTO: Olaf ostermann
Rheinberg. Die Wallacher Pumpennachbarschaft vom Schwarzen Weg feierte ein großes Fest. Dazu waren ausdrücklich nicht nur die direkt betroffenen Anlieger eingeladen. Pumpenmeister ist Thomas Zabel. Von Alexander Florié-Albrecht

Schon von weitem konnte man den Ort der Feier ausmachen - ein gutes Stück der Straße hatte die Nachbarschaft mit einem Schild abgesperrt. Beim Erreichen des großen Party-Pavillons zwischen Katte Kull und Barbarastraße trafen die Kinder auf eine Hüpfburg, ein Spielmobil und ein Mini-Fußballfeld. Erzieherin Melanie Greef schminkte die jüngsten Nachbarn und versorgte sie mit kleinen Tattoos.

Die etwas "größeren" Gäste und Nachbarn nutzten die Gelegenheit, erstmal bei Kaffee und Kuchen zu klönen - oder orderten wie Jürgen Trawitzki am Bierstand ein neues Glas. Der 68-jährige war einer der Männer, die die Pumpennachbarschaft 1987 ins Leben riefen. Bis 1993 war er der erste Pumpenmeister. "Wir hatten zwei Nachbarn gegenüber und zwei links von uns - und als einer starb, haben wir uns gesagt: Wir tragen immer nur die Leute gemeinsam zu Grabe, lass uns doch mal was Anderes machen", erzählte der heutige Rheinhausener, den die Verbundenheit aber noch immer nach Wallach zieht.

"Das ist ja eine lange Straße, die kam früher nicht so richtig zusammen, das war sicher auch ein Beweggrund", ergänzte sein Nachfolger Karlheinz Kamps. Die Pioniere warfen Briefe in die Kästen, und in der Gastwirtschaft Neuenhaus wurde gleich ein Vorstand gewählt. "Ich hab' dann die Pumpe gebaut, die noch vom damaligen Bürgermeister Klaus Bechstein eingeweiht wurde", erinnerte sich Jürgen Trawitzki.

Seitdem trifft man sich Jahr für Jahr, feiert in verschiedenen Lokalitäten das Nikolausfest miteinander, bereitet zu Karneval und Weiberfastnacht den Wallacher Möhnen einen Empfang - und begeht das gemeinsame Sommerfest wie an diesem Wochenende.

Zunächst sei es "komisch gewesen", dass man so einen persönlichen Kontakt hat, berichtete der frühere Duisburger Steffen Bergs, der am Schwarzen Weg mit Ehefrau Alexandra erst seit 2013 wohnt. Nachdem der Kulturschock, "dass jeder jeden kennt", überwunden war, stellten beide fest, dass die Lebensqualität eine andere ist.

"Hier ist es nicht so anonym, man unterhält sich direkt", meinte die 31-Jährige. "Bei der Kinderbetreuung findest du sofort im Notfall Nachbarn." Und ihr Mann steht mittlerweile als Reparateur für alles zur Verfügung,

Der amtierende Pumpenmeister Thomas Zabel half seiner Frau beim Tragen der Champignon-Pilzpfanne und den selbst gemachten Tomaten mit Mozzarella und Basilikum. Später wurde gegrillt. "Ich arbeite in Duisburg, aber freue mich jedes Mal, wenn ich abends nach Hause komme. Hier ticken die Uhren halt anders", unterstrich der 49-Jährige. Zwar sind einige "Alte" von der Straße verstorben, doch die Jungen kommen nach - und der Verein bezieht auch "Nachbarn" aus anderen Straßen mit ein.

Die Verzweigung zu den Vereinen finde auch statt, weiß Hans-Joachim Günther, Vorsitzender der Wallacher Tell-Schützen und Mitglied der Nachbarschaft: "Das sind die Zahnrädchen, die ineinander greifen, damit ein Dorf rundläuft - da fühlt man sich zu Hause."

Quelle: RP
 
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