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Alpen
Sekundarschule - Fest mit einem "Plus an Toleranz"

Alpen. Für Autofahrer gab es auf der Fürst-Bentheim-Straße kaum ein Durchkommen. Erst recht nicht, wenn sich die Bimmelbahn mal wieder wie ein Lindwurm Richtung Schulzentrum schlängelte und das "Tempo" vorgab. Der bunte Zug wurde als Shuttle zwischen Streuobstwiesen- und Schulfest der Sekundarschule eingesetzt. Das feierte Premiere und stand unter dem schönen Motto "Das Fest mit dem Plus an Toleranz". Von Erwin Kohl

Zwar waren alle Flüchtlinge der Gemeinde eingeladen und auch zahlreich erschienen. Aber als "Flüchtlingsfest" wollte Schulleiter Tilman Latzel die Veranstaltung nicht verstanden wissen: "Wir möchten Schüler entlassen, die Toleranz gegenüber allen in der Gesellschaft und nicht nur gegenüber Ausländern zeigen. Heute geht es uns hauptsächlich darum, mit unseren Schülern einen schönen Tag zu verbringen."

Großen Anteil am Gelingen dieses Festes hatte auch die Elternschaft. Unter der Regie von Sabine Drewicke und Steffi Schubert-Rabe wurde ein Schichtplan erstellt, der einen reibungslosen Ablauf garantierte. Für die musikalische Unterhaltung sorgten unter anderem Fanfarenzüge aus Menzelen und Xanten; daneben unterstützten Vertreter vieler Alpener Vereine und des Gemeinderates das Fest.

Acht Flüchtlingskinder nehmen mittlerweile am Unterricht der Sekundarschule teil. Die werden, so Latzel, von ihren Mitschülern nicht nur selbstverständlich aufgenommen, sondern würden mit ihren Klassen durch diverse Aktivitäten das Fest bereichern. So hatten die Schüler der Klasse 8 b etwa die Flaggen der Herkunftsländer auf ein Glücksrad geklebt und für das richtige Erraten schmackhafte Muffins ausgelobt. Auf großen Stofffahnen durften Schüler mit Filzstiften ihre ganz persönlichen Wünsche äußern. "Gleich das erste Kind schrieb Weltfrieden darauf, das nächste wünschte sich mehr Toleranz. Kinder haben wenig Berührungsängste", erklärt Klassenlehrerin Luzia Kaas-Hoffacker.

Schubkarren-Rennen, Mal-Aktionen und Bullenreiten waren weitere Attraktionen von und für Schüler. Mit dabei waren auch die ehrenamtlichen Helfer des Arbeitskreises Flüchtlinge. Die freuten sich besonders über den Besuch von mehr als 70 Neuankömmlingen. "Das ist eine gute Gelegenheit, Kontakte zwischen Flüchtlingen und Familien zu knüpfen, die helfen wollen", sagte Astrid Kummer und lobte eine Atmosphäre der "unbeschwerten Offenheit". Für die nahe Zukunft wünschen sich die Integrationshelfer weitere Menschen, die Deutschunterricht geben. "Das müssen keine Lehrer sein", betonte Kummer.

Tilmann Latzel freute sich vor allem darüber, dass sehr viele Sponsoren im Vorfeld zum Gelingen des Festes beigetragen haben: "Alpener Geschäftsleute haben zahlreiche Geld- und Sachspenden für unsere Tombola gegeben. Außerdem wurden uns alleine sechs Hüpfburgen angeboten."

Vom Erlös des ersten Sekundarschulfestes sollen ein Kicker und eine Tischtennisplatte für Flüchtlingskinder angeschafft werden.

Quelle: RP
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