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Alpen
Sekundarschule und Betriebe nähern sich weiter an

Alpen. Erste Bilanz nach einem halben Jahr Kooperation: Firmen wünschen sich längere Praktika. Handwerk liegt im Trend. Von Erwin Kohl

Zu Beginn des Jahres hatten Alpener Unternehmen und Vertreter von Verwaltung, Politik und örtlichem Mittelstand mit der Sekundarschule gemeinsame Ziele zur Verbesserung der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Berufsorientierung vereinbaret. Jetzt hatte Schulleiter Tilmann Latzel Betriebe und Einzelhandelsunternehmen aus dem Ortsgebiet erneut eingeladen, um eine erste Bilanz zu ziehen.

"Wir möchten von Ihnen wissen, welche Erfahrungen Sie in diesem Jahr gemacht haben und auf welchen Gebieten wir uns noch verbessern können", eröffnete Latzel die Diskussionsrunde. Eine Verbesserungsmöglichkeit, darüber herrschte Einigkeit, betrifft die Dauer des Praktikums. Anstelle des eintägigen "Mikropraktikums" bevorzugen die Alpener Firmen eine Praktikumszeit von mindestens drei Wochen, um ihre potenziellen Auszubildenden besser einschätzen zu können.

"Das Praktikum ist eine Zeit des gegenseitigen Beschnupperns. Manche brauchen eben eine gewisse Zeit, bis sie warm werden", erklärt Thomas Jansen, Wirtschaftsförderer der Gemeinde. Wolfgang Püschel, Betreuungslehrer für den Übergang von Schule und Beruf, sah in den bereits bestehenden Kooperationen der Schule mit Firmen wie Edeka-Luft oder Lemken eine gute Basis, ein Netzwerk über die reine Vermittlung von Praktika hinaus zu stricken.

Das jedoch berge eine Gefahr, erklärte Christel Bühren, Personalchefin der Firma Lemken: "Kooperationsverträge sind nicht so wichtig. Viel wichtiger ist es, in einem Betrieb unterzukommen. Wir haben das Glück, noch genügend Bewerbungen zu bekommen. Aber es wäre schön, wenn die Schüler mehr als bisher in die Handwerksbetriebe gehen. Denn dort kommt es bald zu einer großen Not."

Eine Tendenz zum Handwerk sei bei seinen Schülern, so Wolfgang Püschel, in den letzten Jahren zu erkennen, allerdings sei das Angebot an Praktikumsstellen in diesem Bereich sehr überschaubar. Einen Grund dafür nennt Markus Meier, Vorsitzender des Alpener Werberings: "Viele kleinere Unternehmen sind der Meinung, dass sie für ein Praktikum einen Angestellten haben müssen, der einen Ausbildungsschein hat. Dieser Schein wird für ein Praktikum aber nicht benötigt."

Hinzu kommt, dass entsprechende Angebote nicht ausreichend bekannt gemacht würden. "Wenn unsere Schüler wissen würden, welche Angebote es in Alpen gibt, würden wir vermutlich auch alle unterkriegen", bestätigt Schuleiter Tilmann Latzel.

Das soll sich künftig auf Initiative des Werberings ändern. "Wir haben in Alpen rund 100 Unternehmen. Viele davon sind bei den Schülern nicht präsent. Deshalb werden wir gemeinsam mit der Gemeinde ein Heft auflegen, in dem diese Firmen vorgestellt werden", sagt Markus Meier.

Im kommenden Jahr möchte die Sekundarschule zudem in einer Art "Speed-Dating" vorbereitete Schüler mit Arbeitgebern konkret zusammenführen. "Es soll ein erster Versuch und ein praktischer Ansatzpunkt für die Schüler sein, mit der Berufswelt in den Betrieben in Berührung zu kommen", erläuterte Latzel.

Quelle: RP
 
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