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Alpen
Senioren haben Spaß beim Karneval op Platt

Alpen. Als im Menzelener Bürgerhaus Wippött die alten Karnevalslieder erklangen, waren alle wieder jung.

Der Senioren-Treff AG Bürgerhaus Menzelen-West hatte wie in jeder Session eingeladen zum Kaffeklatsch und Karneval. Schön bunt kostümiert und vorgeglüht mit einem Gläschen Sekt waren die Senioren, die von Hans-Gerd van Linn begrüßt wurden, schnell in bester Stimmung. Seine Tollität Prinz Lars I. mit Gefolge wurde vom Sitzungspräsidenten Leo Raskopp mit einem Büttenmarsch und Helau begrüßt. Schon ging's los mit Bützchen und Orden. Dann ging es in die Vollen.

Unter musikalischer Begleitung von Kapellmeister Norbert Knermann stieg als erster, Alt-Bürgermeister Wilhelm Jansen in die Bütt. Er erzählte von Karneval und "Wo es überall so weh tut" - und das alles selbstverständlich in Plattdeutsch, wie man es von ihm bei solchen Vorträgen kennt und immer wieder gerne hört.

Dann verwandelte sich die Bühne in ein Fernseh-Kochstudio. Anja Tinnefeld brachte den aufmerksamen Zuschauern die schottische Backkultur und damit den Whisky-Kuchen näher. Während des Kochvorgangs musste die taffe Bäckerin laufend den Whisky ständig auf seine Qualität hin überprüfen. Das war Sprachfähigkeit allerdings nicht förderlich. Auch die Treffsicherheit ließ sichtlich nach. Im Laufe der Backvorführung verfehlten Eier und Zucker ihr eigentliches Ziel - die Backschüssel verfehlten. Anja Tinnenfeld erntete nicht nur Lacher, sondern nahm auch die Einladung des Sitzungspräsidenten, für die nächste Kaffee-Tanten-Tafel so einen Whisky-Kuchen beizusteuern, gerne an.

Schon zum zweiten Mal stand Herbert Oymann aus der Bönninghardt als Rentner und Hausmann in der Menzelen-Wester Senioren-Bütt. Die Begebenheiten des Familien-Alltags kamen den meisten Zuhörern bekannt vor und wurden mit heftigem Kopfnicken und Lachen begleitet.

Dann trat Leo Raskopp als Buffet-Rocker ans Mikrofon. Die Schlacht konnte beginnen, der Krustenbraten war förmlich riechen. Manchem Zuschauer lief das Wasser im Mund zusammen. Es fiel nicht schwer, sich die vollen Teller und die dicken Backen der Genießer sehen.

Fritz Nühlen ließ den Menzelener Karneval Revue passieren. In Reimform gepackt, erzählte er wie der erste Karnevalsumzug vor gut 100 Jahren in Menzelen-Ost startete und ein Wirt mit einer Ziege durchs Dorf zog, um Leute zu animieren, um als seine Gäste mitzufeiern. Als Nühlen alte Kinderlieder anstimmte, mit denen die Kinder einst zu Karneval durchs Dorf gezogen sind, wurde der ganze Saal wieder jung und sang kräftig mit. Der Heimatfreund rief die beliebten und bekannten Büttenreden vom verstorbenen Rudi Cleve in Erinnerung, die dieser damals immer zeitnah zum Geschehen auf Platt vorgetragen hatte.

Marianne Anders und Anja Tinnefeld zeigten als Maklerin und Hauseigentümerin, wie man ein marodes Haus annoncieren muss, um es mit Gewinn zu verkaufen. Das Ganze wurde so auf die Spitze getrieben, dass die Eigentümerin ihr Haus gar nicht mehr hergeben wollte. Zum Schluss erzählte Leo Raskopp auf Platt von einem Care-Paket aus Amerika, Das barg einige Überraschungen. Unter den begehrlichen Büchsen und Flaschen mit raren Lebensmitteln der Nachkriegszeit befand sich auch eine Dose mit der Asche des verstorbenen Onkels aus Amerika. Das sorgte für einige Verwirrung.

Zum Ausklang bedankte sich der Sitzungspräsident beim Betreuer-Team für die liebevolle Betreuung und den selbstgebackenen Kuchen beim närrischen Nachmittag. Das Gleiche galt auch für die sonstigen Senioren-Treffen. Dann sangen Akteure und Gäste gemeinsam das abgewandelte Lied "Auf Wiedersehn, Senioren feiern mit, denn Feiern, das hält fit . . . bis zum Karneval im nächsten Jahr."

Das nächste Senioren-Frühstück der AG Bürgerhaus Menzelen-West findet Mittwoch, 8. März um 9 Uhr im Schützenhaus am Wippött statt.

(LRa)
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