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Rheinberg
Seniorenbeirat soll Liste vorlegen

Rheinberg. Im Sozialausschuss: Erstaunen über im Jahresbericht geäußerte Kritik. Von Uwe Plien

Ein Vortrag über die Änderungen im Pflegestärkungsgesetz, monatliche Beratungen zu Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung, eine Führung durch die Stadtbibliothek, ein Vortrag der Polizei zum Einbruchschutz sowie eine Senioren- und Pflegemesse in der Stadthalle: Sozialdezernentin Rosemarie Kaltenbach zeigte sich im Sozialausschuss ganz zufrieden mit den Angeboten für Senioren, die allesamt gut nachgefragt und meistens auch gelobt werden. "Aufgrund der Tatsache, dass die Zielgruppe stetig wächst, ist davon auszugehen, dass die städtische Seniorenarbeit hierauf reagieren muss", teilte die Stadt in ihrer Vorlage für den Ausschuss entsprechend mit.

Umso erstaunter war Kaltenbach, dass der Jahresbericht des Seniorenbeirats - er lag dem Ausschuss zur Beratung vor - nicht so ganz positiv ausfiel. So heißt es dort: "An den schon längst bekannten und immer wieder erörterten Mängeln hat sich kaum etwas verändert. Behindertentoilette im Sozialamt, Radwege-Kennzeichnung, Deichbefahrung durch Rollstuhlfahrer, Bürgersteigkantenabschleifung auf dem Stück zum Kindergarten beziehungsweise zur Altentagesstätte. Allein, es ist interessant, wenn die Dinge in der Presse angeprangert werden, wie schnell Abhilfe angestrebt wird. Das Beispiel Behindertentoilette im Stadthaus, über welche schon oft Abhilfe versprochen wurde, ruft plötzlich eilige Maßnahmen auf den Plan. Die Behindertentoilette im Sozialamt, eine der am häufigsten frequentierten Toiletten, befindet sich seit Erstellung im unfertigen Dornröschenschlaf."

"Ich bin erstaunt über diese Einschätzung", sagte Rosemarie Kaltenbach, die noch nicht lange als Beigeordnete für den Sozialbereich zuständig ist. "Erstaunt, dass angeblich so viele Dinge bekannt sein sollen, aber nicht gemacht wurden." Sie hätte sich einen Katalog gewünscht, eine Liste mit Punkten, die vom Seniorenbeirat angeprangert werden, "dann können wir uns damit befassen und nach und nach abarbeiten".

Klaus Oesterwind, Vorsitzender des Seniorenbeirates, verteidigte den Bericht und nannte den Umbau der Toilette im Keller des Stadthauses als ein Beispiel. Die Stadt habe sich nie darum gekümmert. Erst als sich ein Rheinberger Ehepaar in der RP darüber beschwerte, dass die innerhalb des normalen Toilettenraums liegende Behindertentoilette für Rollstuhlfahrer bei Veranstaltungen nur mit viel Mühe zu erreiche sei, habe man sich der Sache angenommen. Oesterwind: "Ich habe den Eindruck, dass die Stadt immer erst reagiert, wenn man die Presse einschaltet."

Dem sei keinesfalls so, hielt die Dezernentin entgegen. Und als Ausschussvorsitzender Peter Tullius (SPD) den Vorschlag einer Liste konkretisierte, wurde man sich einig. "Am besten, Sie setzen sich mal mit der Verwaltung zusammen und besprechen das", riet Tullius Oesterwind. So soll es nun kommen.

Quelle: RP
 
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