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Rheinberg
Solawi: Frisch aus der Region

Rheinberg: Solawi: Frisch aus der Region
Foto oben: Arbeit auf dem Acker mit dem Folientunnel. Foto unten: Hier wachsen Pastinaken. FOTO: Solawi
Rheinberg. Vor vier Wochen konnten die Mitglieder der solidarischen Landwirtschaft das erste Mal ihre Ernteanteile abholen. Seitdem erhalten sie jeden Freitag Salat und Gemüse. Von Peter Gottschlich

Am Wochenende bekommen die Anteilseigner 400 Gramm knackigen Pflücksalat, 100 Gramm Rucula, 100 Gramm Namenia, 800 Gramm Blattspinat und 600 Gramm Radieschen. "Alles ist absolut frisch und aus der Region, ohne lange Transportwege", erzählt Nicole Weber F. Santos. "Unsere Gärtner ernten die Salate und das Gemüse am Freitag- oder Samstagvormittag. Wir verteilen auch Gemüse mit kleinen Makeln. Krumme Möhren beispielsweise kommen sonst ja gar nicht in den Handel, obwohl sie genauso gut schmecken."

Die Rheinbergerin, die Klimaschutzmanagerin der Stadt Rheinberg ist, gehört dem Vorstand der Solidarischen Landwirtschaft Niederrhein an. Der Verein hat in Voerde-Spellen einen Hektar Gemüseacker gepachtet. Das Feld gehört zum Tinthof von Christian und Heike Hülsermannn, einem Demeterhof für Milchkühe mit eigener Käserei. Für die Solawi bauen zwei gelernte Gärtner, Helge Borcherding (in Ausbildung) und Maik Frevel, im Folientunnel und Freiland seit Anfang März verschiedenste Salate und Gemüse an. Am Freitag vor vier Wochen konnten die Anteilseigner erstmals ihren wöchentlichen Ernteanteil abholen.

Seitdem wollen sie nicht mehr vom frischen Salat und Gemüse lassen. "Es knackt richtig, wenn ich auf ein Salatblatt beiße", beschreibt Peter Langer die Frische. "Dazu kann ich ein gutes Gewissen haben. Alles ist biologisch in Demeterqualität angebaut." Der Solawi-Vorstand aus Menzelen lässt sich diese Qualität etwas kosten. 75 Euro zahlt er für einen ganzen Ernteanteil im Monat. "Das ist mir und meiner Familie das gesunde Essen wert", sagt er.

FOTO: Solawi

Wie er denken 73 Niederrheiner zwischen Oberhausen, Duisburg und Xanten. Sie haben sich entschlossen, ein Jahr lang die monatlichen Ernteanteile zu bezahlen und so den solidarischen Salat- und Gemüseanbau zu tragen. Weitere 20 Anteile zu 40 Euro oder 75 Euro kann Solawi Niederrhein sind in diesem Jahr noch vergeben.

Die Mitglieder holen in Depotgemeinschaften Salate und Gemüse in Voerde ab. "In Rheinberg sind wir 13 Mitglieder", erzählt Nicole Weber. "So fährt jeder vier Mal im Jahr nach Voerde-Spellen und holt für alle Rheinberger die Ernteanteile ab. Wir bringen sie zu unserem kleinen Depot in Rheinberg, wo jeder seine Tasche abholen kann." Jede Woche informiert ein Hofbrief per E-Mail alle Mitglieder über die Entwicklungen auf dem Gemüseacker, gemeinsame Aktionen oder Rezepte.

Was in den Taschen ist, wissen die Anteileigner erst am Freitag. Es hängt davon ab, was gerade auf dem Feld steht und geerntet wird. Das kann sich durch Naturereignisse manchmal kurzfristig ändern. "Kürzlich haben Wildgänse die Solawi-Fläche besucht", berichtet Nicole Weber mit einem Schmunzeln. "Sie haben sauber ein paar Reihen Kohlgewächse komplett abgefressen. Die Demeter-Qualität scheint ihnen geschmeckt zu haben." Nun flattert an der Fläche ein gelber Drache. Das hat weitere Wildgänse abgeschreckt - bis jetzt.

Weitere Informationen im Internet auf der Seite www.solawi-niederrhein.de

Quelle: RP
 
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