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Rheinberg
Solvay bietet Blick hinter die Kulissen

Rheinberg: Solvay bietet Blick hinter die Kulissen
In der Messwarte, der Steuerungszentrale der Sodafabrik, erklärte Ingenieur Joachim Sattelmeier den Besuchern den Produktionsbetrieb, vorne sitzt Messwartenführer Michael Diebels. FOTO: Olaf Ostermann
Rheinberg. Zum dritten Mal beteiligte sich das Unternehmen an der "langen Nacht der Industrie". Rund 100 Gäste kamen. Von Sassan Dastkutah

Zum dritten Mal hatte die Solvay zur "langen Nacht der Industrie" eingeladen. Rund 100 Interessierte hatten sich im Vorfeld angemeldet, wie Pressesprecherin Nicole Dinter erzählte. Für die Besucher sei das eine gute Gelegenheit, mal einen Blick hinter die Kulissen zu tun, meinte sie. Bevor es aufs Gelände ging, stellte Dr. Wilfried Kleiböhmer, Leiter Umweltschutz, das Werk in der Kantine vor.

"800 Mitarbeiter arbeiten in Rheinberg, davon sind 450 reine Solvayaner. 30 Auszubildende hat das Unternehmen", berichtete Kleiböhmer. Stolz erklärte er, dass das Unternehmen, das vor allem Soda produziert, an innovativster Spitzentechnologie beteiligt sei. So ist Solvay einer der Grundförderer des Solarfliegers "Solar Impulse 2", das beim Versuch, ohne Brennstoff die Welt zu umrunden, auf Hawai Zwischenstation macht. In diesem Flugzeug stecke jede Menge Chemie. Unter anderem Epoxidharz, das von der Solvay komme. Der Flieger sei leichter als eine Audi A 6 und habe eine Spannweite wie ein A 360, erklärte Kleiböhmer.

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Wichtig sei dem Unternehmen die Sicherheit der Mitarbeiter. Solvay liege im Unfallbereich unter den Zahlen der Berufsgenossenschaft. Dennoch wolle das Unternehmen die Sicherheit und auch das Umweltbewusstsein weiter optimieren.

Nach dem Vortrag ging es dann in Kleingruppen aufs Gelände. Sicherheitsweste, Brille, Helm - so waren die Besucher bereit für die Führung. Rund 100 Minuten sollte der Rundgang dauern. Zuerst ging es zur Soda-Herstellung. Ingenieur Joachim Sattelmeier, zuständig für die Sodafabrik, erklärte, wie Soda hergestellt wird. Dass dahinter ein komplexes, mehrstufiges Verfahren, machte er deutlich.

Das Produktionsverfahren beginne mit Kalkstein und Koks. Am Ende der Produktionskette steht dann Soda. Anschließend ging es in die Messwarte, dem Herzstück der Solvay-Anlage. Über zig Monitore beobachten hoch qualifizierte Mitarbeiter alle Werte und Parameter; sie können sehen, was im Werk passiert und ob es zu Abweichungen kommt. Wenn Letzteres der Fall sein, werde schnell über Funk mit der betroffenen Abteilung Kontakt aufgenommen.

Auch das Kraftwerk wurde besichtigt, das 3,4 Millionen Tonnen Dampf pro Jahr produziert und 700 Gigawatt Strom, mit dem das ganze Werk versorgt werde. Das kommt einer Versorgung von 116.000 Haushalten im Jahr gleich. Die Besucher waren von der Führung begeistert. "Ich bin zum ersten mal in dem Werk", sagte Timo Elber (24). "Sonst sehe ich es nur von außen." Er fand die Führung und die Infos sehr interessant und freute sich über die Transparenz, die das Unternehmen mit der Aktion beweise.

Quelle: RP
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