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Rheinberg
Solvay-Industriepark setzt auf Sicherheit

Rheinberg. Rheinberger Grafiker Luja hat Sticker mit Symbolen entworfen, die weltweit zum Einsatz kommen. Von Heidrun Jasper

Die Zahl spricht für sich: 600 bis 800 Menschen sterben jedes Jahr durch einen Brand, verursacht durch elektronische Defekte, Gasexplosionen - oder Kerzen am Weihnachtsbaum, der plötzlich in Flammen steht, 700 bis 800 Grad Verbrennungswärme erzeugt und dafür sorgt, dass das Zimmer in weniger als einer Minute völlig verraucht ist. Wolfgang Schmidt, bis zu seinem Ruhestand Fachkraft für Arbeitssicherheit in Frankfurt-Hoechst, zeigte gestern beim ersten Sicherheitstag im Industriepark Solvay anschaulich, was passieren kann, wenn man "das Mäntelchen Sicherheit nach Feierabend mit dem Laborkittel an den Haken hängt, anstatt es mit nach Hause zu nehmen".

In vier Blöcken konnten sich die 800 Mitarbeiter von Solvay und Inovyn sowie etwa 300 Mitarbeiter von Partnerfirmen, die tageweise auf dem Gelände sind und arbeiten, intensiv mit dem Thema "Sicheres Arbeiten" befassen. Dr. Wilfried Kleiböhmer, Chef der Abteilung Arbeitssicherheit, hatte den Sicherheitstag mit seinem Team vorbereitet; neben den Experimentalvorträgen zum Thema Brand- und Explosionsschutz gab es im Ausbildungsgebäude auch eine Ausstellung, einen Sicherheitsquiz und fünf von Grafiker Luja aus Rheinberg entworfene Sticker mit Symbolen, die man auf den Helm kleben kann: Symbole für stromführende Anlagen, Arbeiten in der Höhe, das Öffnen von Laborleitungen, Arbeiten in beengten Räumen und in explosionsfähiger Atmosphäre.

Die Sticker, die einen hohen Erinnerungswert haben, werden laut Werkleiter Dr. Richard Rösler bei der gesamten Solvay-Gruppe weltweit eingeführt. Und es gab Mitmachaktionen, bei denen der Auszubildende Niklas Hänsel lange vorne lag: Er schaffte es, eine Fluchtmaske (Atemmaske) in sechs Sekunden anzulegen. Andreas Sadowski, der bei Solvay seine Ausbildung gemacht und inzwischen als Handwerker im Kraftwerk arbeitet, brauchte dafür doppelt so lange.

Werkleiter Dr. Rösler war sehr zufrieden mit der Resonanz auf den Sicherheitstag: "Unser Ziel heißt: Null Unfälle. Jeder Mitarbeiter soll das Werk nach der Arbeit so verlassen können, wie er es betreten hat: ohne Unfall". Auf einer Sicherheitstafel, die auf dem Gelände im Werk Ost steht, wird jeden Tag die aktuelle Zahl notiert: Seit 927 Tagen ist kein Unfall mehr passiert - offensichtlich ist den Mitarbeitern sicheres Arbeiten tatsächlich in Fleisch und Blut übergegangen.

Quelle: RP
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