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Rheinberg
Solvays Joint-Venture und die Folgen für die Mitarbeiter

Rheinberg. Der Solvay Betriebsratsvorsitzende Jürgen Möbius und der Esco-Betriebsratsvorsitzende Peter Bleckmann schilderten den Mitgliedern der IG BCE-Ortsgruppe Rheinberg in Hoppmanns Landgasthaus, wie sich dioe jeweiligen Joint-Venture der beiden Unternehmen an den Rheinberger Standorten für die Mitarbeiter auswirkten. Von Sassan Dastkutah

Das frühere Solvay-Salzbergwerk in Borth ging 2002 ín einem Joint-Venture mit dem in Kassel ansässigen Unternehmen Kali und Salz (K+S) auf. Seit vielen Jahren gehört das Werk nun esco, einer hundertprozentigen Tochter von K+S. Vieles habe sich seither geändert. Im vergangenen Jahr sei der Hafen an der Momm weggefallen. Mittlerweile werde das Salz im Stadthafen Wesel umgeschlagen. "Das spart eine Million Euro pro Jahr", so Bleckmann.

Für die Mitarbeiter habe die Kooperation der beiden Unternehmen keine Auswirkungen gehabt. "Sie wurden zu 100 Prozent übernommen", schilderte der Betriebsratsvorsitzende. Die alten Betriebsvereinbarungen seien gekündigt worden, um sie neu zu verhandeln. Der Verdienst sei gleich geblieben.

Auch Solvay-Chemie ist ein Joint-Venture eingegangen, wie Jürgen Möbius erklärte. 2013 war das Jahr eines neuen Kurses, den Solvay nun gemeinsam mit dem Schweizer Unternehmen Ineos geht. Der Global-Player Ineos hat 15.000 Mitarbeiter und einen Umsatz von 50 Milliarden Euro. "Solvay wollte sich von dem PVC- und Chlorgeschäft verabschieden", so Jürgen Möbius. Die Gewinnmarge sei zurückgegangen. Um den Betriebsübergang für die Mitarbeiter vorteilhaft zu gestalten, sei ein Interessensausgleich über ein Einigungsstellenverfahren gemacht worden, um die Arbeitsplätze zu erhalten. Von 800 Solvay-Mitarbeitern gingen zirka 400 auf Ineos über, die nun im neuen Unternehmen Inovyn Rheinberg tätig sind. Das neue Unternehmen sollte bereits am 1. Januar 2014 starten. Dem wurde aber vom europäischen Kartellamt ein Riegel vorgeschoben. Um keine marktbeherrschende Position zu haben, musste Ineos fünf seiner 19 PVC-Betriebe verkaufen.

Gut sei gewesen, dass nach Beendigung des Prozesses alle Arbeits- und Tarifverträge weiter galten. Das neue Chlor- und PVC-Unternehmen heißt Inovyn und leite sich von Solvin und Ineos ab. Solvay wolle sich auch aus dem CCP-Geschäft zurückziehen. Neuer Investor ist das französische Unternehmen Imerys. Betroffen seien 30 Mitarbeiter am Standort Rheinberg, die in den neuen Betrieb übergehen.

Quelle: RP
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