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Rheinberg
Sozialberater mit Herz für Schwache

Rheinberg: Sozialberater mit Herz für Schwache
Bernard Bauguitte hat die Dienststelle 25 Jahre geleitet. FOTO: Diakonie
Rheinberg. Geboren in Verdun/Frankreich, aufgewachsen in Wattenscheid: Bernard Bauguitte, der Leiter der Rheinberger Dienststelle der Grafschafter Diakonie, geht jetzt mit 65 Jahren in den Ruhestand.

Vor Streit schreckt Bernard Bauguitte nicht zurück, wenn es darauf ankommt, die Rechte von Schwächeren gegenüber Starken zu verteidigen. Nur so konnte er helfen, etwa wenn rumänische Wanderarbeiter um ihren Lohn betrogen werden sollten, oder Mieter in sozial schwieriger Situation nicht genügend finanzielle Unterstützung vom Wohnungsamt bekommen hätten und in feuchte Wohnungen hätten umziehen müssen. Oder wenn Eltern ohne deutschen Pass das Kindergeld für ihre Töchter und Söhne mit deutschem Pass vorenthalten werden sollte. Dass Bauguitte nicht ängstlich sein darf, war im Grunde auch Anstellungsbedingung für seinen Job. Seit 25 Jahren leitet er die Dienststelle Rheinberg der Grafschafter Diakonie gGmbH - Diakonisches Werk Kirchenkreis Moers. Zur Jahresmitte geht er in den Ruhestand, am 30. April feiert er seinen Abschied.

Geboren wurde der 65-Jährige in Verdun in Frankreich, aufgewachsen ist er in Wattenscheid. Er studierte in Bochum Sozialpädagogik. Es folgten Stationen in einer Psychiatrie, einem Kinderheim, in der Altenpflege, der Jugend- und Nichtsesshaftenhilfe, beim Jugendamt Gelsenkirchen und bei der Gelsenkirchener Diakonie. So kam er mit einer Menge Berufserfahrung vor 25 Jahren nach Rheinberg. Zu seinen Aufgaben dort gehörte die Dienststellenleitung, die Jugendgerichtshilfe, die Senioren- und Pflegeberatung und die offene Sozialberatung. In der mit Dienstantritt von Bauguitte neu gegründeten Dienststelle arbeiteten vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, heute sind es 15.

Dass die Aufgaben größer und vielfältiger wurden, liegt am genauen Hinsehen. "Die offene Sozialberatung, die wir weitgehend aus Kirchensteuern finanzieren, hat enorme Bedeutung", so Bauguitte. "Jeder Mensch kann mit Problemen kommen und bekommt Antworten oder Infos, wer helfen könnte. An den Fragen erkennen wir, wenn neue Arbeitsgebiete notwendig sind." Zusätzlich hat er Ferienprojekte in der Reichelsiedlung auf die Beine gestellt. "Ich habe mich hier wohlgefühlt", sagt Bauguitte. Langweilig wird ihm auch künftig nicht. Denn was er erlebt hat, setzt er im teilweise satirischen Puppenspiel um und wird damit künftig weiterhin auftreten. "Puppen dürfen alles sagen, im Gegensatz zu uns", lacht er. Und der Stoff, den er aus seiner beruflichen Tätigkeit dafür mitnimmt, wird ihm nicht ausgehen.

(up)
 
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