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Rheinberg
Spanische Bodega im Denkmal Scheffel

Rheinberg: Spanische Bodega im Denkmal Scheffel
Das Bodega-Team_(v.l.): Eigentümer Gerardus Aaldering, Betriebsleiterin Chantal Mlekus, Wirt Pepe Sanchez und Koch Xavier Elmuea. FOTO: Fischer Armin
Rheinberg. Gerardus Aaldering hat das Gebäude mit dem gotischen Giebel am Rheinberger Holzmarkt umgestaltet. Es ist nun Restaurant, Tapas-Bar, Weinstube und Treffpunkt. José "Pepe" Sanchez ist das Gesicht des Lokals. Heute ist Eröffnung. Von Uwe Plien

José Sanchez, genannt Pepe, empfängt den Gast mit einem Lächeln im Gesicht. Ein höflicher, ruhiger Herr, 69 Jahre alt, graues Haar, Schnauzbart, Brille, schwarzes Hemd mit dunkelrotem Einstecktuch. Er versprüht den Charme eines edlen Gastronomen. "Ich möchte, dass sich die Gäste sofort fühlen, als seien sie in Spanien, wenn sie durch die Türe kommen", sagt Pepe.

Der Katalane kennt sich aus in der Gastronomie. 44 Jahre hat er Restaurants geleitet. Zunächst an der Costa Brava, dann 28 Jahre in Düsseldorf und zuletzt elf Jahre das "Casa Pepe" in Moers. Ihn habe es gereizt, seine Erfahrung in das neue Lokal einzubringen, deshalb habe er sich kurzerhand beim Eigentümer gemeldet - und die Chemie habe sofort gestimmt. "Ich freue mich, wenn ich mein Land vertreten kann", sagt er. Ab heute ist Pepe das "Gesicht" der "Bodega im Scheffel". Das Lokal am Holzmarkt mitten in Rheinberg - bis vor zwei Jahren als "Caruso im Scheffel" italienisch besetzt - öffnet heute seine Pforten.

Gerardus Aaldering, Eigentümer des Bürgerhauses aus dem 16. Jahrhundert, blickt sich stolz um. So als wollte er sagen: "Geschafft, endlich kann es losgehen." Ende der neunziger Jahre sanierte der Unternehmer das Gebäude mit dem gotischen Giebel von Grund auf, 2000 eröffnete das Restaurant. "Jetzt haben wir wieder alles neu gemacht, auch die komplette Küche", sagt Aaldering. "Jedenfalls innen."

Ein Blick von der oberen Etage in den Scheffel. Gerardus Aaldering hat das Lokal mit Hilfe des Innenarchitekten Hans von Londen im spanischen Stil ausgestattet. Gestern Abend gab es eine interne Eröffnung. FOTO: Armin Fischer

Seinem alten Schulfreund, dem international tätigen Innenarchitekten Hans von Londen, ließ er weitgehend freie Hand, wie er sagte. "Ein paar Mal musste ich eingreifen, ansonsten hat er das ganz hervorragend hingekriegt", so Aaldering, der sogar damit einverstanden war, die Bleiverglasung gegen durchsichtige Fensterscheiben auszutauschen.

Fürwahr - das Lokal kommt einem schon auf den ersten Blick spanisch vor. Ein steinerner Stierkopf an der Wand, riesige Plakate vom Stierkampf in Pamplona, ein mit edlen Tropfen gefülltes Weinregal aus dunklem Holz, das bis unter die Decke reicht. Die Stühle haben - auch das typisch spanisch - rote Bezüge, die Treppenstufen sind mit andalusischen Fliesen verziert.

Betriebsleiterin der "Bodega im Scheffel" ist Chantal Mlekus, Aalderings Stieftochter. "Ich kümmere mich um die Organisation, um Einkauf und Personal und bin mehr im Hintergrund tätig", sagt die 24-Jährige, die seit gut einem Jahr auch im Kamper Hof Regie führt.

Tapas-Bar, Restaurant, Wein-Stube - was ist der Scheffel denn nun? Man könnte sagen: alles. Der spanische Koch Xavier Elmuea bereitet Tapas und andere schmackhafte Kleinigkeiten ebenso zu wie bekannte Hauptgerichte und eine zünftige Paella - das spanische Nationalgericht. "Bei uns bekommt man auch ein Rumpsteak, Schalentiere und viel Fisch", unterstreicht Gerardus Aaldering. Für die dazugehörigen Weine gilt: Sie sollen hochwertig, aber bezahlbar sein. Trinken kann man auch Bier vom Fass, unter anderem das spanische San Miguel. 110 Sitzplätze gibt es, die Hälfte davon reservierbar. Auf der Empore finden 40 Personen Platz. Im Erdgeschoss sind die Sitzgelegenheiten speziell. Kleine Tische reihen sich vor einer lederbezogenen Bank aneinander. Vor der Theke gibt es Stehtische mit Barhockern.

Gestern Abend fand eine interne Eröffnung statt. Ab heute heißt es am Holzmarkt nun auch offiziell "Viva España".

Quelle: RP
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