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Rheinberg
SPD altert: Jungsozialisten eine Randerscheinung

Rheinberg. Die SPD hat ein Problem. Sie droht zu vergreisen. Die Unter-30-Jährigen sind mit sieben Mitgliedern eine Randgruppe in der Partei. Dagegen gehören rund 100 der aktuell 184 Genossen rein formell inzwischen zur Seniorenabteilung der AG 60plus. Von Bernfried Paus

Peter Tullius, der am Donnerstagabend zum neuen Partei-Chef gewählt worden ist, hat bis dahin noch ein wenig Zeit. Doch mit 58 Jahren kann man beim Nachfolger von Jürgen Madry (59), der sich künftig auf seine Rolle als Vorsitzender der Ratsfraktion beschränken möchte, nicht gerade von einem Generationswechsel sprechen. Dennoch hat die SPD ihr Problem, dass sie mit andern Volksparteien teilt, erkannt.

Tullius präsentierte den Mitgliedern, es waren lediglich 27 erschienen, im Saal Kleve des Hotels Am Fischmarkt den Vorschlag, einen zweiten stellvertretenden Vorsitzenden in der Satzung festzuschreiben, um jüngeren Genossen den Weg zu ebnen, an verantwortlicher Position politisch mitgestalten zu können.

Ein erster Erfolg des Neuen an der Spitze, der acht Jahre zweite Kraft im Vorstand war: Die Versammlung folgte der neuen Führungskraft und wählte in der Folge Manuel Kumpf zum zweiten Vize neben Achim Körber. Sozialarbeiter Kumpf ist erst seit zwei Jahren Genosse und gehört mit 27 Jahren zu den sieben Mitgliedern aus der U 30. Er möchte grundsätzlich "Politik für junge Leute" machen, kündigte er bei seiner Vorstellung an.

Parteitagsstrategen würden angesichts der einstimmigen Voten bei den Vorstandswahlen - es gab unterm Strich nur ein einziges Nein - höchst zufrieden von einer sehr harmonischen Versammlung sprechen. Dennoch war abzulesen, dass der Mann, der für die SPD die Kohle zusammenhält, für sich den größten Rückhalt verbuchen konnte: Friedhelm Kung, seit 14 Jahren Kassierer, wurde mit 27 Stimmen nicht nur in dem Amt, sondern auch als Ortsteilbeauftragter für Budberg bestätigt.

Der Kassenwart berichtet von einem schwierigen Jahr, das die Genossen unterm Strich 12.500 Euro gekostet hat. "Normal", so Kung. Es sei schließlich Bürgermeisterwahlkampf gewesen. Der habe 26.948 Euro gekostet, immerhin wurde der Posten durch eine Spende von 5850 Euro gemildert. Genutzt hat das alles nichts. Die SPD-Kandidatin Rosemarie Kaltenbach stand gegen das CDU-Angebot Frank Tatzel bei zwei Anläufen auf verlorenem Posten.

Quelle: RP
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