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Alpen
SPD fühlt sich im "Wohnzimmer" noch nicht so wohl

Alpen. Die SPD, die sich zuletzt im Bauausschuss nach dem Vortrag von Fachbereichsleiter Walter Adams sehr zurückheghalten hatte, hat jetzt ihre grundsätzliche Kritik am Stadtumbauprozess, inbesondere an der geplanten "Möblierung des Wohnzimmers Alpen", noch mal bekräftigt. Gleichzeitig haben die Genossen signalisiert, dass sie sich letztlich dem Bürgervotum beugen werden. "Wenn sich die Alpener für eine solche Möblierung aussprechen, dann soll es so sein", sagte SPD-Fraktionschef Jörg Banemann. Von der Forderung aber, so Banemann, "endlich die Bürger mit ins Boot zu holen", lasse er nicht ab. Von Bernfried Paus

In dem Zusammenhang äußerte die SPD-Riege im Bauausschuss erneut Kritik am Fahrplan der Verwaltung. Ihre heftige Kritik bei der Präsentation der Vorschläge des Büros Felixx/De Zwarte Hond, als die SPD die Anfang September erstmals öffentlich präsentierten Vorschläge der Planer gleich heftig unter Beschuss genommen hatte (RP berichtete), erklärte Wolfgang Zimmermann mit dem kleinen Zeitfenster. Schließlich sollte der Einstieg in das Projekt schon im Herbst erfolgen. "Das hat uns unter Druck gesetzt", so Zimmermann: "Wir hatten den Eindruck, dass hier Fakten geschaffen und etwas auf Teufel komm raus durchgedrückt werden sollte."

Verstärkt worden seien die Vorbehalte dadurch, dass nur ein einziger Möblierungsvorschlag ohne Alternative präsentiert worden sei, so Zimmermann. Die SPD habe ihre Fühler ausgestreckt und bei zahlreichen Begegnungen mit Bürgern viele kritische Stimmen vernommen, "aber es gab auch Lob", so Zimmermann. Nur: Die Öffentlichkeit war bis zur September-Sitzung nach gar nicht im Bilde.

Die Genossen bleiben bei ihrer damaligen Einschätzung, dass die exklusiven Designermöbel "dörflichen Charakter vermissen lassen" und deshalb "nicht zu Alpen passen". Außerdem äußerten sie vielfältige Kritik im Detail: nicht barrierefrei, kein Service für E-Mobilität, wenig klimafreundliches Material, überdimensionierte Bänke, pflanzenunfreundliche Großkübel und letztlich unterm Strich: sehr teuer.

Eine Chance auf Akzeptanz, auch für die Kosten, gebe es nur, wenn man den Alpenern die Möbel endlich "begreifbar" vorstelle, ihnen mit einer Alternative eine Wahl lasse und die Planer auf Bedürfnisse der Bevölkerung reagierten. "Stadtumbau ist ein Prozess. Da gehört Diskurs grundlegend dazu", so Anne Casprig, die einst als Planerin den Stadtumbau erst so richtig ins Rollen gebracht hatte.

Quelle: RP
 
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