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Rheinberg
Spielerisch, romantisch, hintergründig

Rheinberg. Das "Horntrio" setzte außergewöhnliche Klangakzente. Von Udo Spelleken

Im "Horntrio" hatten sich drei renommierte Künstler zusammengefunden, um in der Stadthalle vor kleinerem Publikum leidenschaftliche Kammermusik zu spielen. Dabei ließen sie durch die außergewöhnliche Kombination ihrer Instrumente inspirierende Klangfarben entstehen.

Laurent Albrecht Breuninger (Violine), Thomas Duis (Klavier) und die kurzfristig wegen der Erkrankung von Sibylle Mahni eingesprungene Amanda Kleinbart (Horn) überzeugten in einer stets aufgeschlossenen, schwebenden Ausdruckswelt zwischen spielerischer Leichtigkeit, romantischer Emphase und hintergründiger Melancholie.

Duis und Kleinbart eröffneten das Konzert mit Beethovens "Sonate für Horn und Klavier F-Dur op.17" mit schwelgerisch elegantem Ton: klar intonierend das Klavier, ergreifend romantisch das Horn.

Mit einem fanfarenhaften Einstieg, auf den das Klavier mit galanter Figuration antwortete, entwickelten sich zwei Motive, die das lapidare Hauptthema des Satzes auf bravouröse Art entfalteten. Die Zuhörer erlebten zwei Vollblutmusiker mit sprudelnder Vitalität und überragendem technischen Rüstzeug. Die "Sonate für Violine und Klavier A-Dur" von César Franck folgt der Idee eines Motto-Themas, das sich zyklisch durch alle Sätze zieht. Laurent Albrecht Breuninger unterstrich bereits im "Allegretto ben moderato" das hochromantische Wesen der Sonate und gewann aus der weichen, virtuosen Klavierbegleitung ein wiegendes Thema, das er eindrucksvoll in ein schwebendes Klangbild verwandelte.

Nach aufgeregter Bewegung im "Allegro" und träumerischer Versunkenheit im "Recitativo", das in eine fließende "Fantasia" mündete, ließ der Solist das "Allegretto poco mosso" im Finale überschwänglich erstrahlen. Was die Form des "Trio für Klavier, Violine und Horn, op. 40" von Brahms betrifft, beruhen alle vier Sätze auf dem Gegensatz zwischen der strahlenden "Naturtonart" Es-Dur und ihrem düsteren Gegenstück es-moll.

Das Trio machte sich im "Andante" auf zum entspannenden Waldspaziergang. Das sich anschließende "Scherzo" nutzte im Thema die sprichwörtlichen "Hornquinten". Diese klangschöne Kammermusik des 19. Jahrhunderts endete ausgelassen, ja übermütig: "Ein lustiges Jagdstück mit starken, pathetischen Akzenten", wie zeitgenössische Kritiker damals anmerkten. Großartig, wie intelligent und fein Amanda Kleinbart die Hornpartien spielte und sich dabei in so kurzer Vorbereitungszeit bestens ins Spiel von Breuninger und Duis einfügte.

Quelle: RP
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