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Alpen
Spielplätze im Check

Alpen: Spielplätze im Check
Der Spielplatz in der Bönninhardt aus der Luft: Klettergerüste wie das neue Piratenschiff machen diesen wunderschön im Wald gelegenen Spielplatz für Kinder zum Magneten. FOTO: Arnulf Stoffel
Alpen. Gemeinde Alpen will raus aus der Spielplatzdefensive und sich gezielt um Sicherheit und Spaß kümmern. Von Bernfried Paus

Lange Zeit war die Bewirtschaftung der 18 Spielplätze im Gemeindegebiet ein laufendes Geschäft, das vom Bauhof eher nebenher erledigt worden ist. Kontrolle fand praktisch meist "nur auf dem Papier statt, weil andere Dinge wichtiger waren", sagte Fachbereichsleiter Walter Adams jetzt rückblickend im Fachausschuss. Doch die Gemeinde will raus aus der Spielplatzdefensive und "das Heft des Handelns" hier nun fest in die Hand nehmen. Denn es wächst die Erkenntnis, dass Spielplätze eine Visitenkarte für eine familienfreundliche Kommune sind.

Auf den Weg dahin hat es schon beachtliche Fortschritte gegeben, seit Janine Jakobs sich im Rathaus gezielt um die öffentlichen Spielflächen kümmert.

Die Inspektion auf den Spielplätzen - der kleinste mit 160 m2 liegt am Adenauer-Platz in Alpen, der größte mit 16 500 m2 im Wald auf der Bönninghardt - ist inzwischen abgeschlossen. Bilanz nach dem Sandkasten-TÜV: Die Mängelliste ist lang. Überall muss nachgebessert werden, damit den Kindern nichts passieren kann und die Verantwortlichen im Rathaus sich nichts vorwerfen lassen müssen. Bis 2016 sollen alle Kinder in Alpen nach bestem Wissen und Gewissen sicher spielen können. Bis dahin aber droht nirgends so viel Gefahr, dass Spielen ein Risiko wäre.

Bei den festgestellten Mängeln, die in der Regel vom Bauhof behoben werden können, handelt es sich um unzureichenden Fallschutz an Geräten, um Verschleiß der Fundamente, der die Standsicherheit der Geräte mindert. Die Liste reicht bis hin zu Giftpflanzen auf dem Gelände oder fehlende Einzäunung. Nicht augenfällig, aber bei näherem Hinsehen oft entdeckt: Stellen, an denen sich Kinder die Finger quetschen oder sich mit Kopf, Hand oder Fuß verheddern können.

Janine Jakobs hat der Politik nun Daten für jeden Spielplatz vorgelegt mit Alter, Größe und Zahl der Kinder im Einzugsbereich - und mit detaillierten Angaben zu Dingen, die abgestellt werden müssen. Das Kümmern schlägt sich bereits im Etat nieder. 45 000 Euro stehen hier allein für Wartung und regelmäßige Kontrolle der Spielflächen zur Verfügung, die wöchentlich und vierteljährlich anstehen - zusätzlich zur jährlichen Hauptuntersuchung durch einen Sachverständigen .

Der Spielplatz am Hoerstgener Weg in der Bönninghardt ist bereits seit einem Jahr gesperrt. Im Rathaus hat man sich entschieden, diesen Platz ganz aufzugeben, weil er ohnehin zuletzt kaum genutzt worden sei und für Bauhof-Fahrzeuge fast unerreichbar war. Die Edelstahlrutsche wandert auf den Spielplatz Zur Münzstätte in Alpen.

Auch auf dem Bönninghardter Waldspielplatz - einer der schönsten und beliebtesten in der ganzen Region - ist die Mängelliste noch vergleichbar lang, auch wenn bereits nicht mehr standsichere Bäume gefällt, Totholz und störende Sträucher entfernt worden sind. Zwei von den örtlichen Vereinen Ende der 60er Jahre selbst gebaute Geräte - bei heutigen Sicherheitsstandards undenkbar - müssen noch entfernt, Sitzgruppen ausgetauscht oder erneuert werden.

Freuen können sich Kinder in Alpen: Am Mittelweg soll die "Burg" auf viel Sand neu gebaut werden mit Schaukelpferdchen für kleine Rittersleut'. Als Ideenpool für den Themenspielplatz diente ein Malwettbewerb, bei dem rund 100 Bilder eingereicht wurden. Eröffnet werden soll das Spielgelände beim Streuobstwiesenfest im Herbst. Fast die Hälfte der bereit stehenden 112 000 Euro zur Anschaffung von Spielgerät lässt sich die Gemeinde die Burg kosten. Gut angelegtes Geld. Die kinderfreundliche Visitenkarte liegt als Hingucker an B 58 im Vorhof zum Neubaugebiet Ost.

Quelle: RP
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