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Rheinberg
Stadtbücherei: CDU setzt auf Sparkurs

Rheinberg: Stadtbücherei: CDU setzt auf Sparkurs
Vom Medienbestand her ist die Stadtbibliothek im ehemaligen Konvikt an der Lützenhofstraße gut bestückt. Personell sieht es nicht so gut aus. Die CDU sieht das, will aber vom Haushaltsdefizit, das bei 5,5, Millionen Euro liegt, herunterkommen. FOTO: Stadtbibliothek
Rheinberg. Anders als SPD und Grüne möchte die CDU-Fraktion die Personalkosten in der städtischen Bibliothek bei 200.000 Euro im Jahr deckeln. Das heißt: dreieinhalb statt vier Stellen. Im Ausschuss ging es auch um die Hilfe Ehrenamtlicher. Von Uwe Plien

In der Diskussion um den Fortbestand der städtischen Musikschule hat sich die CDU-Fraktion klar positioniert (die RP berichtete). Angelika Sand sagte im Ausschuss für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur, unter den gegebenen Umständen sei ihre Fraktion dafür, die Schule aufzugeben. "Schließlich haben wir mit der privaten Musikschule Rosenberger-Pügner eine gute Alternative." Hinzu kommt, dass die Musikschulen allgemein mit abnehmenden Schülerzahlen zu kämpfen haben und dass Gespräche ergeben haben, dass ein Umzug der privaten Musikschule in die Alte Kellnerei (wo jetzt die städtische Musikschule ihren Sitz hat) nicht in Frage kommt. Angelika Sand: "Die Alte Kellnerei kann dann für andere Zwecke genutzt werden."

Auch bei der städtischen Bibliothek verfolgt die CDU einen Sparkurs. Es gibt vier volle Stellen, von denen 3,5 besetzt sind. Eine Mitarbeiterin mit voller Stundenzahl ist Mutter geworden und kehrt erst im Laufe des Jahres zurück. Sie möchte dann stundenreduziert arbeiten. Die CDU ist dafür, diese Mitarbeiterin künftig mit 19,5 Wochenstunden (halbe Stelle) zu beschäftigen und es insgesamt bei dreieinhalb Stellen zu belassen. Angelika Sand: "Wir möchten vor dem Hintergrund des Haushaltssicherungskonzepts, dass die Personalkosten für die Bibliothek 200.000 Euro pro Jahr nicht übersteigen." Bei einem Haushaltsdefizit von 5,5 Millionen Euro müsse man den Etat "irgendwo" deckeln.

Die Grünen sind anderer Auffassung: "Wir sind für vier Stellen", meinte Ernst Barten. Seine Kollegin Christina Schmalz plädierte ebenfalls für die Nachbesetzung der Stelle: "Sie muss kommen. Man kann auch die Öffnungszeiten weiter reduzieren, aber das kann eine Abwärtsspirale für die Bücherei bedeuten. Und Michael Kuklinski (SPD) fragte: "Wo ist das Ehrenamt? Warum macht man sich nicht mal Gedanken, eine Lösung zu finden?" Die Verwaltung wies daraufhin, dass es einen ehrenamtlichen Mitarbeiter gegeben habe, der seine Tätigkeit allerdings von heute auf morgen eingestellt habe. Grundsätzlich ist auch die SPD dafür, vier Stellen zu bezahlen.

Vera Thuleweit von der Stadtverwaltung warb für die vierte Stelle: "Oft arbeiten die Kolleginnen in der Stadtbücherei nur zu zweit, das ist mit den Buchungen nicht einfach zu machen." Auch sei die Bibliothek gezwungen, zweimal im Jahr "Zwangsurlaub" zu machen, damit man mit den Arbeitszeiten hinkomme. Vom Personalbestand her, so habe sie herausgefunden, liege die Stadtbibliothek her in Nordrhein-Westfalen verglichen mit Städten ähnlicher Größenordnung auf dem vorletzten Platz, vom Medienbestand her liege Rheinberg im Landesvergleich jedoch "ziemlich weit oben".

Überlegt worden ist bereits, die Umbuchungstheke im Eingangsbereich der Bibliothek in die erste Etage, also in die eigentlichen Büchereiräume, zu verlegen. Dann könnte die entsprechende Mitarbeiterin flexibler arbeiten. Doch das habe sich als nicht praktikabel erwiesen. Die Argumentation: Die Investitionskosten sind zu hoch, außerdem fehle oben der Platz.

Quelle: RP
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