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Rheinberg
Stoppok im Adler: Jetzt kann die besinnliche Zeit kommen

Rheinberg. Deutschlands bester Singer-/Songwriter sorgt zusammen mit Tess Wiley für unvergessliche Momente. Von Uwe Plien

Manchmal gibt es sie im Schwarzen Adler, diese ganz besonderen, magischen Momente. Dann sind Konzerte nicht einfach nur Konzerte, sondern werden zu Ereignissen, die sich auf ewig in die Erinnerung brennen. Solche Momente bietet das Konzert von Stefan Stoppok und Tess Wiley im ausverkauften Saal an der Baerler Straße. 200 Menschen drängen sich vor der Bühne, wo Stoppok nach 1985 und 1991 (das hat Adler-Chef Ernst Barten extra rausgesucht) zum dritten Mal auftritt. "Riecht immer noch so wie früher", scherzt der Musiker in seiner unnachahmlichen Art. Und die Fans denken: Wann kann man diesem Typen schon mal so nah kommen wie hier?

Nach Bad Salzuflen ist Rheinberg die zweite Station der Vorweihnachtstour mit fast 30 Konzerten bis zum 23. Dezember. "Wir sind nur auf Tour gegangen, um euch das Geld aus der Tasche zu ziehen", konstatiert der Sänger und Gitarrist. "So wie alle das vor Weihnachten machen."

Das ist natürlich Quatsch. Denn Stoppok und sein Gast, die texanische, in Deutschland lebende Sängerin (ein Traum, diese Stimme), Gitarristin, Pianistin, Geigerin und Autoharp-Spielerin Tess Wiley sind da, um die Menschen glücklich zu machen. Mit Stoppoks einzigartigen Songs und seinen einzigartigen Geschichten. Man muss es einfach mal so deutlich sagen: Der inzwischen 61-Jährige ist einer der besten deutschen Singer-/Songwriter. Niemand schreibt deutsche Texte, die so einfach und leicht klingen, dabei so unter die Haut gehen und berühren. Das ist Poesie für Herz und Hirn, entstanden zwischen Hochhaussiedlung und Straße. Und dazu Musik, die tief im Folk und in der amerikanischen Songwriter-Tradition verwurzelt ist. Der gebürtige Hamburger mit Ruhrpott-Prägung ist nicht nur ein toller Sänger, er ist auch ein Wahnsinns-Gitarrist.

Am besten ist der Mann mit einem Hang zu schrägen Outfits, wenn was schiefläuft. Wenn er einen Text vergisst (was immer wieder mal passiert) oder wenn an einem Instrument was kaputtgeht. Dann läuft Stoppok zur Höchstform auf, plaudert drauf los. Dann fühlt man sich plötzlich, als sitze man bei einem Glas Pils im Wohnzimmer des Musikers und höre ihm zu.

Im Adler zupfen sich Stoppok und Wiley durch den dicken Song-Katalog der vergangenen 30 Jahre. Der "Wetterprophet" ist dabei, auch "Heiopei", die Müll-Recycling-Hymne "La Compostella" und zum Schluss "Ärger du kannst mich nicht anschmier'n". Tess Wiley veredelt alle diese Lieder mit ihrer feinen Begleitung und viel Witz. Mit "It rained" und "Little Secrets" bringt sie zwei ihrer eigenen Songs - toll.

Und wenn Stoppok sein herzzerreißendes "Aus dem Beton" anstimmt, singt das Publikum den Text von vorne bis hinten mit. Gänsehaut. Ein großartiger Song. Viel Gefühl. Stoppok ist da - jetzt kann die besinnliche Zeit kommen.

Quelle: RP
 
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